Repräsentantin der revolutionären Frauenbewegung in der Türkei
Freiheit für İpek Bozkurt!
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) protestiert entschieden gegen die bis heute fortdauernde Inhaftierung von İpek Bozkurt.
Die Aktivistin der İşçi Emekçi Kadın Komisyonları (İEKK – Kommissionen der Arbeiterinnen und werktätigen Frauen) sitzt seit Mitte Juni 2026 in Untersuchungshaft im Bakırköy Frauen-Gefängnis in Istanbul.
Am 15. Juni 2026 führte das Erdoğan-Regime in Istanbul und weiteren Städten eine großangelegte Razzia durch. Mindestens 23 Personen wurden festgenommen, 21 davon anschließend inhaftiert. Unter den Verhafteten war auch İpek Bozkurt. Die Aktion fand wenige Wochen vor dem NATO-Gipfel statt, der am 7. und 8. Juli 2026 in Ankara abgehalten wurde. Offiziell begründete der Staat die Festnahmen mit angeblichen organisatorischen Tätigkeiten und der Vorbereitung von Protesten. Die Betroffenen und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer machen jedoch klar: Es ging darum, den Widerstand gegen die NATO und die imperialistische Kriegspolitik im Vorfeld des Gipfels zu ersticken.
İpek Bozkurt ist eine bekannte Vertreterin der revolutionären Frauenbewegung in der Türkei. Sie setzt sich für die Rechte von Arbeiterinnen ein und verbindet den Kampf der Frauen mit dem Klassenkampf. In einem Brief vom 7. Juli 2026 aus dem Bakırköy Kadın Kapalı Cezaevi schrieb sie: „Wir werden weiter Nein zur NATO sagen.“ Sie und die anderen Inhaftierten werden von ihren Organisationen als „NATO-Gefangene“ bezeichnet.
Rote Fahne News berichtete auch über Revolutionäre Grüße von Koordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz aus dem Gefängnis. Sie waren ebenfalls im Vorfeld des NATO-Gipfels verhaftet worden.

Bereits am 27. Juni 2026 hatte Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD, in einer Protesterklärung Stellung bezogen. Sie erklärte:
"Wir drücken allen unseren Respekt aus, die sich von der Repressionen des faschistischen türkischen Erdogan-Regimes nicht einschüchtern lassen. Es ist heute die Pflicht jedes friedliebenden und demokratischen Menschen, gegen die NATO zu protestieren. Sie ist mit ihrer Führungsmacht USA heute der weltweite Hauptkriegstreiber und bereitet aktiv einen dritten Weltkrieg vor. ... Wir sind stolz, dass Revolutionäre auf der ganzen Welt an der Spitze dieses Kampfes stehen. Aktuell erfuhren wir, dass auch İpek Bozkurt in der Türkei festgenommen wurde. Sie ist eine Repräsentantin der revolutionären Frauenbewegung und ich selbst konnte sie auf dem theoretischen Seminar der Weltfrauenbewegung im vergangenen Jahr in Nepal kennenlernen. Wir fordern ihre sofortige Freilassung und übermitteln ihr unsere herzlichste Solidarität. ... Bitte überbringt unsere revolutionären Grüße an alle Kämpfenden und Gefangenen. Lasst uns wissen, wie wir euch weiter unterstützen können."
Mit revolutionären Grüßen
Gabi Fechtner
Die Verhaftungswelle vor dem NATO-Gipfel reiht sich ein in die systematische Repression des türkischen Regimes gegen alle fortschrittlichen, antifaschistischen und antiimperialistischen Kräfte. Während die NATO unter Führung der USA weiter aufrüstet und die Welt in Richtung eines dritten Weltkriegs treibt, werden diejenigen eingesperrt, die sich dem widersetzen.
Die MLPD fordert:
- Die sofortige Freilassung von İpek Bozkurt und aller wegen ihres Widerstands gegen den NATO-Gipfel Inhaftierten!
- Ein Ende der politischen Verfolgung von Aktivistinnen und Aktivisten der Arbeiter- und Frauenbewegung in der Türkei!
- Internationale Solidarität mit allen Gefangenen des Kampfes gegen Imperialismus und Krieg!
Die Stimmen aus den Gefängnissen dürfen nicht isoliert werden. Briefe, Proteste und öffentliche Stellungnahmen sind notwendig. Die Verbindung von Arbeiterbewegung und Frauenbewegung ist eine entscheidende Kraft im weltweiten vorrevolutionären Prozess – genau deshalb wird sie bekämpft.
Freiheit für İpek Bozkurt und alle politischen Gefangenen! Nieder mit der NATO – dem Hauptkriegstreiber!
Brief von İpek Bozkurt aus dem Gefängnis auf der Webseite von Kizil Bayrak (Rote Fahne)
Brief von Gabi Fechtner vom 27. Juni in türkischer Übersetzung auf der Webseite von Kizil Bayrak