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Erfolgreiche Veranstaltung zu medizinischer Nothilfe in Gaza und internationaler Solidaritätsarbeit an der Ruhr-Uni

Über 50 Leute waren zur Veranstaltung der Gaza-Soli-AG des Jugendverbands REBELL an der Ruhr-Uni Bochum gekommen – 280 Euro Spenden wurden für das Al-Awda-Projekt gesammelt!¹

Korrespondenz
Erfolgreiche Veranstaltung zu medizinischer Nothilfe in Gaza und internationaler Solidaritätsarbeit an der Ruhr-Uni
Das Al-Awda-Krankenhaus (foto: Screenshot)

Im Zentrum der Veranstaltung stand der eindrückliche, mit Fotos untermauerte Erfahrungsbericht eines Spezialisten für Handchirurgie, der im August 2025 für zwei Wochen im Gazastreifen gearbeitet hat.


Er erzählte von den krassen Herausforderungen in der medizinischen Versorgung, den menschenunwürdigen Zuständen und dem Leid vor Ort.


Er berichtete aber auch von dem tief beeindruckenden Widerstandswillen der Palästinenserinnen und Palästinenser, die, trotz der nicht endenden Angriffe und Verluste, nicht aufgeben: „Ich habe sie gefragt, warum sie sich so viel Mühe geben, Häuser wieder aufzubauen und Wände bunt zu streichen: Die israelische Armee wird doch wiederkommen und alles wieder kaputtmachen.“ „Das ist genau, was sie wollen, sie wollen uns die Hoffnung nehmen, deswegen werden wir niemals aufhören, wieder aufzubauen.“

 

Anschließend berichtete ein Unfallchirurg aus Afghanistan von seiner Arbeit in einem Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen und von der Entwicklung in der Gesundheitsversorgung. Er ging besonders auf die dramatische Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan ein, die sich durch die Machtübernahme der Taliban katastrophal verschlechtert hat. Frauen dürfen nicht ohne männliche Begleitung zum Arzt gehen und dürfen nicht von einem Mann behandelt werden. Gleichzeitig gibt es kaum Ärztinnen, weil Frauen nicht zur Schule und zur Uni gehen dürfen. Eine adäquate Versorgung wird für sie zunehmend unmöglich. „Eine Frau in Afghanistan hat weniger Rechte, als eine Katze.“ Wie auch der Krieg in Gaza dürfe die Situation in Afghanistan nicht aus dem Blickfeld geraten: „Wir müssen hier die Stimme der afghanischen Frauen sein.“

 

Zum Abschluss hörten wir den Bericht eines Brigadisten, der 2015 in Kobanê / Rojava an dem Aufbau eines Gesundheitszentrums beteiligt war, das heute erfolgreich als Geburtsklinik arbeitet. Er berichtete eindrücklich, wie die Brigadistinnen und Brigadisten mit den Menschen vor Ort auf Augenhöhe zusammenarbeiteten, voneinander lernten, gemeinsam feierten, und wie ein enges Band der Solidarität im Rahmen dieses begeisternden Projekts entstand. Bis heute wurden bereits mehrere Zehntausend Kinder in diesem Gesundheitszentrum geboren.

 

Dieses Projekt war auch Vorbild für den Solidaritätspakt mit Al-Awda zum Bau eines Gesundheitszentrums im Gazastreifen, für das wir auf der Veranstaltung werben konnten.


In der abschließenden Diskussion stellte ein palästinensischer Kollege klar: Die Geschichte Palästinas, der Gazakrieg, begann nicht nach dem 7. Oktober 2023, sondern vor über 80 Jahren. Es ist kein Krieg der Religionen, sondern ein Krieg von Imperialisten, aufseiten Israels von Zionisten.

 

Es wurde deutlich, dass diese Krisen und Kriege eine gemeinsame Ursache im Imperialismus haben, dass die medizinische Versorgung ein beliebtes Ziel im Krieg ist und dass der Al-Awda-Solipakt deshalb genau richtig ist. Weiter wurde deutlich, dass internationale Solidarität im Angesicht der zunehmenden faschistischen Gefahr das Gebot der Stunde ist und dass wir uns über Ländergrenzen hinweg verbinden und organisieren müssen.