Indien

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Die „Kakerlaken-Bewegung“

In der indischen Hauptstadt Delhi findet gerade eine riesige, von Studenten angeführte Protestbewegung statt, die von einer satirischen politischen Gruppe namens „Cockroach Janatha Party“ (CJP; der Name ist eine Parodie auf den Namen der regierenden Partei – Bharatiya Janatha Party, BJP, Cockroach heißt Kakerlake) organisiert wird.

Korrespondenz

Die CJP wurde als Reaktion auf eine empörende Äußerung des Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, Surya Kant, im Mai 2026 gegründet, in der er arbeitslose Jugendliche als „Kakerlaken“ bezeichnete. Millionen junger Menschen, die mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen hatten, empfanden diese Äußerung als zutiefst empörend, und so gewann die CJP-Bewegung in den sozialen Medien an Dynamik. Die anhaltenden Proteste fordern den Rücktritt des Bildungsministers Dharmendra Pradhan sowie eine Reform des Bildungssystems.

 

Auslöser der Proteste waren vor allem die wiederholten schwerwiegenden Pannen im indischen Prüfungssystem, insbesondere die Absage des „National Eligibility cum Entrance Test“ (NEET) am 12. Mai aufgrund einer Vorabveröffentlichung der Prüfungsfragen. Die NEET-Prüfung ist für Schüler der einzige Weg, um in Indien einen Studienplatz im Bereich Medizin zu erhalten, und sie wird von Millionen von Schülern abgelegt, die um eine sehr begrenzte Anzahl von Studienplätzen konkurrieren. Obwohl später am 21. Juni eine Wiederholungsprüfung stattfand, führte der durch die Vorabveröffentlichung der Prüfungsfragen und die Absage der Prüfung verursachte Stress zu über 20 Selbstmorden unter Schülern.

 

Nachdem die Ergebnisse der Wiederholungsprüfung am 16. Juli veröffentlicht worden waren, meldeten Hunderte von Schülern Fehler im Bewertungssystem; einige Schüler sagten, ihre Prüfungsbögen seien verändert oder falsch ausgewertet worden. Die ersten Proteste fanden nach der Absage der NEET-Prüfung statt; später schloss sich ihnen der bekannte Bildungsreformer Sonam Wangchuk an, der in einen unbefristeten Hungerstreik trat und damit landesweite Aufmerksamkeit auf die Proteste lenkte.

 

Bis zum 20. Juli eskalierten die Proteste und wurden von Polizeikräften brutal niedergeschlagen, die Tränengas und Schlagstöcke gegen die Studierenden einsetzten. Die Art und Weise, wie der Staat auf den Widerstand reagiert, indem er Gewalt gegen seine eigenen Studenten einsetzt, macht der breiten Öffentlichkeit den faschistischen Charakter der Modi-Regierung noch deutlicher bewusst. Das wachsende Misstrauen und der Unmut gegenüber der faschistischen Regierung spiegeln sich in diesem Protest wider, da immer mehr Menschen aus Solidarität mit den Studenten auf die Straße gehen.

 

Nach einem Jahrzehnt unter faschistischer Herrschaft gibt dieser Protest Indien die Hoffnung auf die Jugend zurück. Die Hochschulgruppe der MLPD Bochum drückt den kämpfenden Studierenden in Indien ihre tiefste Solidarität aus! Nieder mit dem faschistischen Modi-Regime!