Norwegen heute vor 15 Jahren

Norwegen heute vor 15 Jahren

Das faschistische Massaker von Utøya

15 Jahre nach dem Terroranschlag vom 22. Juli 2011 hat sich Norwegen zwar verändert – die Probleme sind die gleichen geblieben.

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Der Faschist Anders Behring Breivik hatte erst acht Menschen im Regierungsviertel in Oslo mit einer Bombe getötet und anschließend bei einem Massaker auf der Insel Utøya im Tryford 69 Teilnehmer eines Sommercamps der sozialistischen Arbeiterjugend (Jugendorganisation der Sozialdemokratie) ermordet. Dass hier die sozialistische Jugend brutalst angegriffen wurde war kein Zufall, es offenbart eine zutiefst verachtungsvolle faschistische Denkweise die gezielt die nach einer sozialistischen Zukunft strebende Jugend treffen soll.

 

In Norwegen ist nach 15 Jahren dieser Massenmord immer noch präsent und für viele noch nicht zu verstehen. Norwegische Zeitungen berichten, dass es heute vielen Norwegerinnen und Norweger sichtlich schwer fällt über diesen grauenvollen Tag und ihre Gefühle zu sprechen. In dem Land mit nur fünf Millionen Einwohnern bleiben die 77 Menschen nicht anonym. Dieser brutale Terroranschlag offenbart die ganze Menschenverachtung der Faschisten. Sie verkörpern die reaktionärste, am meisten terroristische Form der Herrschaft des Finanzkapitals und werden heute angesichts des sich entwickelnden weltweiten Linkstrends und der vorrevolutionären Gärung systematisch aufgebaut, um die schwankende Herrschaft der Monopole im Ernstfall gegen die Massen zu verteidigen.

 

Norwegen ist eines der reichsten Länder der Welt, was zum großen Teil auf ihre riesigen Ölreserven zurück zu führen ist. Zugleich ist auch da die internationale Rechtsentwicklung spürbar und weiter fortgeschritten. Die „Fremskrittpartiet“ (FrP) ist drittstärkste Partei im Parlament und verkörpert vor allem eine aggressive Einwanderungs- und Ausländerpolitik. Sie organisiert regelrecht Hasskampagnen gegen Migranten und besonders Muslime. Genau das ist der Boden für menschenverachtende Verbrechen: Hier war der Faschist Breivik 10 Jahre Mitglied. Diese „Fortschrittspartei“ ist zwar aktuell nicht mehr Regierungspartei, verzeichnete jedoch bei der Parlamentswahl 2025 wieder einigen Zulauf. Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei konnte sich knapp durchsetzen. Im Linkstrend konnte die norwegische Linkspartei „Rodt“ in den letzten Jahren viele Mitglieder gewinnen.

 

Die Erinnerung heute an das faschistische Massaker von vor 15 Jahren in Utøya ist eine Verpflichtung, international den Kampf gegen Rechtsentwicklung und Faschismus ernst zu nehmen und über die Quelle des Faschismus im Kapitalismus und Imperialismus weiter aufzuklären, den gemeinsamen Kampf zu organisieren. Die MLPD ist der grundlegenden Überzeugung, dass wenn die Herrschenden ihre Macht nicht mehr mit demokratischen Mitteln aufrecht erhalten kann, sie zum offenen Terror übergehen werden.

 

In den letzten Jahren haben faschistische Attentate auch in Deutschland zugenommen (2016 Berlin, 2018 Halle, 2020 Hanau, 2024 Solingen, Magdeburg, 2025 Mannheim, Magdeburg – um nur einige zu nennen), meist hier oft verbrämt mit islamistisch-faschistischen Motiven, aber keinesfalls immer. Dazu kommen noch Tausende faschistische Übergriffe gegen politische Gegner und Menschen anderer Herkunft, völkisch-nationalistisch und rassistisch motiviert.

 

Eine Schlussfolgerung und Aufgabe im antifaschistischen Kampf ist der Aufbau einer sozialistischen Jugendbewegung. Das am kommenden Wochenende beginnende Sommercamp des Jugendverbands REBELL (25. Juli bis 8. August) im Ferienpark Thüringer Wald verbindet dies mit der notwendigen Erholung und Stärkung der Lebenskräfte, den Zusammenhalt von Mädchen und Jungen, die Verbrüderung unter Nationalitäten, neue Freundschaften schließen - Hier gibt es noch Infos für Kurzentschlossene!