Berlin

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AfD gebärdet sich als Widerstandskämpferin gegen Hitlerfaschismus

Am 20. Juli 1944 verübte Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Hitler. Der Bombenanschlag scheiterte, Stauffenberg und zahlreiche seiner Mitverschwörer, die einen Putsch zur Beseitigung Hitlers geplant hatten, wurden verhaftet und hingerichtet.

Wie jedes Jahr veranstaltete die Bundesregierung in Berlin anlässlich dieses Jahrestags ein Gedenken an das Attentat. Dieses Jahr hielt Familienministerin Karin Prien (CDU) die Hauptrede. Zu Recht wies sie darauf hin, dass der Widerstand gegen die Gefahr einer faschistischen Diktatur rechtzeitig entwickelt werden muss, "lange, bevor außergewöhnlicher Mut erforderlich wird." Warum wandte sie sich denn dann nicht gegen die Polizeigewalt gegen Antifaschisten in Erfurt, die Widerstand gegen den AfD-Parteitag leisteten und sich dafür einsetzen, dass die AfD in Sachsen-Anhalt nicht in die

 

Die faschistische AfD war zu der Gedenkfeier ebenfalls eingeladen und ließ einen Kranz niederlegen. Der Großneffe von Dietrich Bonhoeffer, Tobias Korenke, versuchte, diesen Kranz zu entfernen; Security-Leute hinderten ihn daran. Dass die AfD wie eine demokratische Partei zu der Veranstaltung eingeladen war, wirft ein Licht auf den heutigen bürgerlichen Antifaschismus. Im Vorfeld macht der Leiter der Stiftung 20. Juli 1944 kein Hehl daraus, dass der Antikommunismus seine Grundlage ist. In einem Gastbeitrag in der FAZ schreibt er: "Mit ihrer populistischen Rhetorik, die unseren politischen Problemen nicht gerecht wird, aber überwunden geglaubtes NS-Gedankengut und SED-Denken aufleben lässt, vergiften sie das politische Klima." Unverfroren werden Hitlerfaschismus und die SED gleichgesetzt. Die SED leistete in den Anfangsjahren der DDR einen Beitrag für den hoffnungsvollen Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung. Nach dem Verrat am Sozialismus war sie bürokratisch entartet, die DDR ein System mit stark eingeschränkten bürgerlich-demokratischen Rechten und Freiheiten. Aber die SED war keine faschistische Partei, in der DDR regierte keine faschistische Diktatur. Tobias Korenke wirkte im Übrigen an diesem Gastartikel in der FAZ ebenfalls mit.

 

Damit reduzieren die Autoren aber auch die modernen Faschisten der AfD auf ihre Bezüge zu Hitlers historischem Beispiel und den Gedanken des echten Sozialismus auf die SED - beides ist falsch. Die modernen Faschisten haben eine eigene Demagogie und Methoden, die sie von ihren Urgroßvätern und Großvätern der NSDAP unterscheiden. Wer das nicht beachtet, der kann ihnen leicht auf den Leim oder in die Falle gehen. Und die Freiheitsideologie des Sozialismus wird auf eine staatskapitalistische Gesellschaft projiziert, damit bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und von vorne herein delegitimiert. Im Ergebnis werden die rechen Kräfte verharmlost und die linken kriminalisiert.

 

Ein schon älterer Artikel von Dieter Klauth in der Roten Fahne der MLPD beleuchtete Motivation und Weltanschahung der Militärverschwörer des 20. Julit 1944: "Lichtgestalten der Geschichte? Zum 75. Jahrestag des Attentats auf Hitler."