Thüringen
Wem nützt die Senkung der Grunderwerbssteuer in Thüringen?
Die viel beschworene Anti-AfD-Brandmauer in der CDU – in Thüringen gibt es sie schon lange nicht mehr.
Bereits 2024 trat in Thüringen eine Senkung der Grunderwerbsteuer von 6,5 auf 5 Prozent in Kraft, die CDU, FDP und AfD gemeinsam im Landtag beschlossen hatten. Zur Entlastung der Familien, die sich ein Haus kaufen wollten – so hieß es damals pathetisch.
Nun zeigt die Bilanz: Dem Land Thüringen gingen dadurch im letzten Jahr rund 42 Millionen Euro an Steuereinnahmen verloren.
Wer profitiert wirklich? Ein Blick auf den Thüringer Immobilienmarkt zeigt schnell, wer hier tatsächlich entlastet wurde: Es sind vor allem Immobilienhaie und Großinvestoren. Zwar machen Familien beim Kauf von Eigenheimen die Mehrheit der Verträge aus, doch schaut man auf den gesamten Geldumsatz, fließt der Großteil des Kapitals in Gewerbeprojekte und Großinvestitionen von Konzernen und Superreichen.
Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht das Missverhältnis: Eine Familie, die sich mühsam ein bescheidenes Eigenheim für 200.000 Euro zusammenspart, spart durch die Senkung gerade einmal 3000 Euro – bei den aktuellen Bau- und Zinskosten kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Großinvestor hingegen, der ein Wohnungsportfolio für 10 Millionen Euro erwirbt, streicht dank der Senkung auf einen Schlag 150.000 Euro Ersparnis ein.
Und das ist noch nicht alles: Während Konzerne ihre Steuergeschenke völlig bürokratiefrei und automatisch mitnehmen, müssen Familien für die versprochene staatliche Rückerstattung („Familienbaustein“) erst mühsam Anträge bei der Thüringer Aufbaubank stellen.
Es zeigt sich, für wen die AfD, die sich so gerne als Stimme der „kleinen Leute“ inszeniert, tatsächlich Politik macht.