Urlaub im Allgäu

Urlaub im Allgäu

Wasserrückhaltebecken für künstliche Beschneiung - ein ökologischer Wahnsinn!

Seit Jahren genießen wir unser Urlaubsquartier in einem alten Bauernhaus in den Oberstdorfer Alpen, herrliche Ausblicke und die Blütenpracht der Alpenflora.

Korrespondenz

Andererseits fällt uns auf unseren Wanderungen in den letzten Jahren der weitere Bau von Wasserrückhaltebecken für künstliche Beschneiung auf.

 

Am 16. Juni dieses Jahres nahmen wir dann in Oberstdorf an einer Protestkundgebung von fünf Umweltschutzverbänden und den Grünen gegen den Ausbau der „Scheidtobelbahn“ auf dem Fellhorn mitten durch ein Naturschutzgebiet mit einer der letzten Birkhuhn-Populationen teil. In einem Gespräch mit einem Aktivisten ein paar Tage später erfuhren wir dann mehr zum Bau von Wasserrückhaltebecken im Alpenraum.

 

Allein das Wasserrückhaltebecken für künstliche Beschneiung am Söllereck bei Oberstdorf fasst 60 Millionen Liter reines Trinkwasser, und das im Bau befindliche Wasserrückhaltebecken auf dem Fellhorn soll rund 160 Millionen Liter fassen. Ein ökologischer Wahnsinn angesichts eines zunehmenden Wassermangels im Oberallgäu, der sich unter anderem in trockenen Mooren und Bachbetten, Weiden, auf denen kein Gras nachwächst, zunehmendem Baumsterben oder Trinkwassermangel in Gemeinden wie Altusried zeigt!

 

Zu den Wasserrückhaltebecken kommt dann noch die Planierung neuer Skipisten, die durch den massiven Einsatz von 16 Tonnen schweren „Pistenbullies“ von Käsbohrer/Ulm eine enorme Bodenverdichtung bedeuten. Das wiederum fördert weitere Bodenerosion und Murenabgänge. So wird die Zerstörung der natürlichen Umwelt des Alpenraums durch das Streben nach Erhöhung kurzfristiger Extraprofite zugunsten eines Übertourismus vorangetrieben.

 

Am 1. Juli dann eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Augsburg: Der Ausbau der „Scheidtobelbahn“ darf bis zur Überprüfung, ob er europäischem Recht entspricht, nicht fortgesetzt werden. Ein Erfolg Oberstdorfer Umweltschützer mit bitterem Beigeschmack: Pisten dürfen weiter ausgebaut werden.