Protest gegen den AfD-Parteitag von Erfurt

Protest gegen den AfD-Parteitag von Erfurt

Was ist dran am angeblichen „linken Terror“ gegen Journalisten?

Am Montag nach den erfolgreichen Protesten gegen den AfD-Parteitag in Erfurt spricht mich eine Arbeitskollegin an: „Du warst doch auch in Erfurt. Da gab es am Gothaer Platz ja Gewalt gegen Journalisten.“ Zuerst war ich etwas verwirrt

Jugendverband REBELL Jena

Ich war den ganzen Tag am Gothaer Platz und habe keine Gewalt gegen Journalisten mitbekommen. Zu Hause habe ich begonnen zu recherchieren.

Was war passiert?

Den ganzen Tag über wollten faschistische Medienschaffende die Proteste am Gothaer Platz provozieren, indem sie versuchten die Antifaschisten zu filmen oder in die Blockade einzudringen. Sie wollten Bilder von Gewalt haben. Auf so eine plumpe Methode sind die Antifaschisten aber nicht hereingefallen. Die Faschisten wurden isoliert, vom offenen Mirko aus verurteilt und mit Bannern oder Regenschirmen gewaltlos abgeschirmt. Es gab keinen „linken Terror“ gegen Journalisten!

 

Später kam dann eine Demo, die aus revolutionaristischen und anarchistischen Kräften bestand. Etwa zehn Teilnehmer dieser Demo ließen sich von drei Autoren des faschistischen Online-Portals „Apollo News“ derart provozieren, dass sie sie verprügelten. Die Polizei nahm dies als Anlass, in die gesamte Demo zu prügeln. Das Ganze wurde gefilmt und prompt von Apollo News ins Netz gestellt.

Faschistische Medienkampagne schwadroniert vom „linken Terror gegen Journalisten“

Für rechte Medien und Influencer war dies ein gefundenes Fressen. Mit ihrem provokanten Auftreten wollten sie genau solche Bilder produzieren. Sofort sprang die ganze Mischpoke rechter Medien auf den Zug auf: Apollo News, NIUS und der Springer Verlag. Das Video wurde durch sie und faschistische Influencer massenhaft verbreitet, mittlerweile hat es 1,5 Millionen Aufrufe. Es wird von Smartphone zu Smartphone geschickt. Die perfide Masche: es wird nicht gesagt, welchem Medium dieser „Journalist“ angehört. Ehrliche Journalisten wollen ganz sicher nicht mit den Hetzern von Apollo News verglichen werden. Es wird auch nicht erzählt, dass Apollo News genau diese Bilder haben wollte und dafür seine Autoren als Bauernopfer losgeschickt hat. Auch dass es ein isolierter Einzelfall ist, wird nicht erwähnt. Meine Arbeitskollegin ist wirklich keine Faschistin, soll durch solche Methoden aber verwirrt und gegen die Antifaschisten aufgebracht werden.

Widersetzen bezieht klar Position – weitere Auseinandersetzung nötig

Peinlich ist, dass CDU, SPD und Grüne Apollo News auch noch zur Seite springen und von einem „Angriff auf die Pressefreiheit“ sprechen.1 Nein Faschisten haben keine Pressefreiheit, es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda! Ganz klar äußert sich widersetzen: „Mit seriöser Berichterstattung haben rechte Provokateure wie Apollo News und Junge Freiheit aber nichts zu tun: Sie halten sich nicht an journalistische Standards, bedrängen Aktionsteilnehmer*innen und überschreiten persönliche Grenzen. Damit wollen sie Vorfälle provozieren, die sie propagandistisch ausschlachten können."² Richtig so!

 

Natürlich ist es völliger Blödsinn, wenn einzelne Faschisten so verprügelt werden, damit wird der Kampf gegen den Faschismus nicht gewonnen. Sie bringen die Bevölkerung nur gegen die antifaschistische Bewegung auf. Mit anarchistischen Kräften müssen wir weiter die Auseinandersetzung führen, solche Aktionen zu unterlassen. Mit meiner Arbeitskollegin werde ich gleich morgen meine Erkenntnisse diskutieren. Ich bin mir sicher, dass sie es verstehen wird.