Hintergrund

Hintergrund

Palästina 1936: Wir sind uns mit dem Lob über den Film einig

Wir sind uns mit dem Lob über den Film einig.

Er ist nicht leicht zu verdauen, meint Klara. Zum tieferen Verständnis verlangt der Film historisches Hintergrundwissen. Das ist keine Schwäche, aber eine Herausforderung an unsere Aufklärungsarbeit in der Palästina-Solidarität. Genau das nutzt aber auch die bürgerliche Kritik gegen den Film. So der Historiker und Journalist Oren Kessler, der 2025 ein Buch mit dem gleichnamigen Titel geschrieben hat. Er ereifert sich, dass der Film für die palästinensischen Sache Partei ergreift. Für ihn ist 1936 der Ausgangspunkt des heutigen Nahostkonflikts. Damals hätten „eklatante Fehler“ auf allen Seiten, sowohl der der Briten als auch der der Juden und der der Araber die verhängnisvolle Entwicklung eingeleitet. Die Wurzel ist der Imperialismus. Das ist typisch für die bürgerliche Geschichtsschreibung. Sie verwischt die grundlegende Konfliktlinie zwischen dem Imperialismus und dem Freiheitskampf der Völker. Wir unterhalten uns über die Vorgeschichte der Filmhandlung. Die britische Oberherrschaft setzte sich gegen Ende des 1. Weltkriegs an Stelle des untergegangenen osmanischen Reichs. Um die Kontrolle im Mandatsgebiet zu sichern, teilte sie Palästina mit der Balfour-Erklärung von 1917 in Siedlungsgebiete für Menschen arabischer und jüdischer Herkunft.

Das war eine Einladung für Anhänger der reaktionären zionistischen Ideologie eines Theodor Herzl. Der träumte von der Errichtung einer „Heimstatt“ für das angeblich auserwählte Volk im gelobten „heiligen“ Land. Die Politik der damals führenden britischen Weltmacht war keineswegs von humanitären Motiven beseelt. Als später der Zustrom von armen Juden aus den von der Hitlerarmee überfallenen Ostgebieten anzuschwellen drohte, errichtete sie eine Einwanderungssperre nach Palästina. Die meisten dieser Juden hätten neben ihrer Armut auch sozialistische Ideale mitgebracht. So bekamen reaktionär militante Gruppen Übergewicht und wurden später zum Kern der Staatsgründergeneration Israels. Oren Kessler streitet das nicht ab. Aber er verbreitet die Botschaft, die Palästinenser hätten mit ihrem sturen Kampfwillen selbst schuld an ihrem Schicksal. In der faschistische Hamas und dem Massaker vom 7. Oktober sieht er die Fortsetzung. Damit verleumdet er den revolutionären Charakter des antikolonialen Kriegs der arabischen Völker für ihre nationale Selbständigkeit gegen den Imperialismus. Das ist aber die einzig historisch objektive Bewertung der Geschichte Palästinas in den 1930er Jahren.