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Neue Impulse beim Gedenken an den Altonaer Blutsonntag

Genehmigt durch den Altonaer Polizeipräsidenten Otto Eggerstedt und unter dem Schutz der Polizei drangen am 17. Juli 1932 tausende Faschisten in das Hamburger Arbeiterviertel Altona ein. Die Bevölkerung protestierte heftig.

Von jb/Hamburg
Neue Impulse beim Gedenken an den Altonaer Blutsonntag
(rf-foto)

16 Antifaschisten und Anwohner wurden durch Polizeikugeln ermordet, 70 schwer verletzt. Daraufhin wurden unter der 1933 errichteten faschistischen Diktatur vier junge Altonaer Kommunisten durch ein Sondergericht beim Landgericht Altona unter Landgerichtsdirektor Dr. Block abgeurteilt. Am 1. August 1933 wurden Karl Wolff, August Lütgens, Walter Möller und Bruno Tesch im Hof des Altonaer Gerichtsgefängnisses auf staatliche Anordnung ermordet.

 

Wie die Prozessakten belegen, wurden die sogenannten Beweismittel gefälscht und Zeugen massiv eingeschüchtert. Die Schand-Urteile wurden erst 1992 aufgehoben, vor allem durch den hartnäckigen öffentlichen Druck von Angehörigen und Antifaschisten. Auf Initiative der Hamburger Geschichts- und Kulturwerkstatt gedenken wir des Altonaer Blutsonntags und der vier ermordeten Altonaer Kommunisten seit über zehn Jahren mit dem Frauenverband Courage, der Umweltgewerkschaft, der MLPD und Einzelpersonen.

 

Dieses Jahr erreichten wir eine neue Qualität. Gemeinsam und gleichberechtigt übernahmen Young Struggle (YS) und MLPD die Moderation, Statements, das Vorstellen der Ermordeten und Liedbeiträge. Die vier Kommunisten wurden damals ermordet, in einem Alter, in dem junge Genossen heute sind. Die Beiträge von Young Struggle, der MLPD, von „Palästina muss leben“ und der Umweltgewerkschaft zogen vor allem Lehren für die heutigen Kämpfe: gegen die Faschisierung des Staatsapparats, für die Arbeiterkämpfe heute in der Autoindustrie, für die Solidarität mit allen, die von staatlicher Repression betroffen sind, und für eine grundsätzliche Alternative im Sozialismus.

 

Dass Faschismus und Kriegsgefahr Zwillinge sind, wurde mit dem Gedenken an das Massaker in Suruc und der Initiative Palästina soll leben deutlich. Nach der Vorstellung wurde mit einer Schweigeminute gedacht. Ein Anwohner, der auf den Altonaer Blutsonntag aufmerksam geworden war, brachte einen sehr schönen Gedenkkranz mit. Zum Abschluss unserer Kundgebung trafen noch die Teilnehmer eines Stadtrundgangs zum selben Anlass ein, die offen dafür waren, nächstes Jahr alles gemeinsam zu koordinieren.