Nächste Hitzewelle rollt an
Hitzeschutz: Wie die AfD die berechtigte Kritik der Massen missbrauchen will
Immer früher, häufiger und intensiver quälen Hitzewellen die Menschheit. Die nächste Mega-Hitzewelle rollt an. Glühende Wüstenluft und sagenhafte 46 Grad am Fuß der Pyrenäen und bis 43 Grad am Oberrhein sind vorausgesagt.
Vor allem in Südeuropa sind die Böden knochentrocken, die Vegetation ist ausgedörrt. Waldbrände halten die Feuerwehr in Atem, Zehntausende mussten in Frankreich fliehen, zwölf Menschen kamen um. Allein in Deutschland starben in der letzten Juni-Woche 5.100 Menschen. Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Ärzte und Pflegepersonal arbeiteten bis an die Grenzen ihrer Kräfte. Die Bevölkerung debattiert über Hitzeschutzpläne und nachbarschaftliche Solidarität.
Bundesregierung verweigert Hitzeschutzmaßnahmen
Statt staatlicher Maßnahmen zum Klimaschutz plündert Bundeswirtschaftsminister Lars Klingbeil auch noch den Klima- und Transformationsfond um 2,5 Milliarden Euro für die Militarisierung. Umweltminister Carsten Schneider weist Forderungen nach zusätzlichen Mitteln für Hitzeanpassungen in Krankenhäusern ab. Im Auftrag der Monopole treibt die Bundesregierung mit ihrer Krankenkassenreform die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtung weiter in den finanziellen Ruin. Hitzeschutz ade! Mit der Verbreitung bekannter Tipps – Wasser trinken, nachts quer-lüften und besser kein Sport zur Mittagszeit - behandelt das Umweltministerium Hitzeschutz nur als Frage der Eigenverantwortung und wäscht sich von jeder Verantwortung frei.
Vorsicht vor falschen Freunden!
Faschistische und faschistoide Kräfte, wie Marie Le Pen und die AfD, versuchen Kapital aus der Kritik der Massen an der Regierungspolitik zu schlagen. Sie jammern, dass trotz Versprechen die Zahl der hitzebedingten Todesfälle nicht gesenkt wurde und fordern flächendeckend Klimaanlagen. Krokodilstränen, wo sie doch sonst jede Sofortmaßnahme zum Umweltschutz aggressiv bekämpfen. Demagogisch, da sie die Ursache, die globale Umweltkatastrophe, die heute im Kapitalismus zu einer Gesetzmäßigkeit geworden ist, leugnen. Angesichts der dramatisch fortschreitenden globalen Umweltkatastrophe geraten diese Leugner in Erklärungsnot. Ihre reaktionäre Kampagnen zur zeitweisen Zurückdrängung des Umweltbewusstseins verlieren angesichts der anhaltenden Hitzewellen an Glaubwürdigkeit. Klimaanlagen machen Hitze sicher besser erträglich, lösen das Problem aber nicht. Mit der Kritik an fehlenden Klimaanlagen wollen die AfD und Le Pen die Debatte auf ein Nebengleis lenken, weg von Maßnahmen zur Abdämpfung der globalen Umweltkatastrophe bzw. der notwendigen gesellschaftlichen Dimension ihrer Lösung. Dümmer geht es nicht, wenn für den Strom auch noch Atomkraftwerke bauen will.
Das Umweltbewusstsein belebt sich wieder
Der Verein „Klima vor acht“ kritisiert in seinem Monitoring-Bericht, dass die Berichte bei ARD und ZDF zu Umwelt und Energie im ersten Halbjahr auf den niedrigsten Stand seit Jahren gefallen sind. Trotz dieser Medienmanipulation machten sich zwei Drittel der Befragten beim ARD-“Deutschlandtrend“ große oder sehr große Sorgen, dass die Erderhitzung die Lebensgrundlagen der Menschheit zerstört. Neun von Zehn fordern mehr Hitzeschutzmaßnahmen. 58 Prozent lehnten ab, dass Klimaschutz angesichts anderer Krisen politisch in den Hintergrund rücken solle. In Bremen traten 500 Arbeiter in den ersten Hitzestreik. Beim Protest gegen den AfD-Parteitag in Erfurt stimmten viele zu, dass antifaschistischer- und Umweltkampf zusammen gehören. Auch international belebt sich das Umweltbewusstsein: in der Türkei gegen Fracking und Bergbau, in Argentinien zur Rücknahme eines „Gletschergesetzes“. In Bolivien sind die Massenkämpfe mit dem Kampf um Wasser verbunden. Seit Wochen protestieren Tausende in Albanien gegen den Bau eines Luxusressorts im Naturschutzgebiet Narta Vjosa durch den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Heute berichtete der Deutschlandfunk, dass ARD und ZDF nur noch ein Prozent ihres Programms der Berichterstattung über die Klima- und Umweltkatastrophe widmen. Das entspricht überhaupt nicht dem wieder wachsenden Umweltbewusstsein der Massen! Vielmehr ist es eine Methode, es zurückzudrängen und zu zersetzen.
Kampf mit Perspektive
Der Umweltkampf gehört zum Kampf in den Betrieben gegen die verschärfte Ausbeutung muss sich jetzt mit den zunehmenden und vielfältigen gesellschaftlichen und politischen Kämpfen verbinden gegen den Generalangriff von Monopolen und Regierung. Die MLPD Umweltgruppen beteiligen sich mit Umwelt-Transparenten und -Losungen an der Ruhrpott-Rebellion und vor Betrieben im Kampf gegen geplante Massenentlassungen. Der Vertrieb des Buchs „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!“ mit seiner weltanschaulichen Auseinandersetzung um den Platz der Umweltfrage in der Arbeiterbewegung, der Entfremdung von der Arbeit und Natur im Kapitalismus, dem gesellschaftlich notwendigen Paradigmenwechsel ist bestens geeignet für Diskussionen um den echten Sozialismus. Macht mit in den Umweltgruppen der MLPD!