Hitzewellen

Hitzewellen

Gesundheitliche Risiken und was dagegen zu tun ist

Eine neue Hitzewelle ist im Anmarsch – mit erheblichen gesundheitlichen Folgen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere, Menschen in ungünstigen Wohnverhältnissen, Obdachlose – und Millionen von Arbeiterinnen und Arbeitern, die in nicht klimatisierten Werkshallen oder im Freien oft unter Extremtemperatur Schwerstarbeit leisten müssen.

Von Dr. Willi Mast
Gesundheitliche Risiken und was dagegen zu tun ist
Hitze bedeutet für den Körper Stress. Was ist zu tun, um in dieser Situation seine Gesundheit zu schützen? (Bild: Katya Wolf, Lizenz: Pexels)

5 100 Menschen starben laut Robert-Koch-Institut allein in der Hitzewoche vom 22.-28. Juni 2026. Meist waren es Senioren mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Lungen-, Nieren- und Herzerkrankungen oder Parkinsonkrankheit.


Unter normalen Bedingungen wird unsere Temperatur über Schweißbildung, vor allem aber über Blutumverteilung in den Blutgefäßen reguliert. Diese Regulierung kann aber gestört werden - durch Extremhitze und Überanstrengung, mangelnde Flüssigkeitszufuhr, durch Vorerkrankungen - und auch durch Medikamente, z.B. Blutdrucksenker, Entwässerungstabletten, bestimmte Antidepressiva.


Dann kann ein Hitzestau, ein „Hitzschlag“, ein Kreislaufzusammenbruch auftreten mit der Gefahr eines tödlichen Komas. Erste Anzeichen: Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel. Dann ist eine Lagerung im Kühlen, sind Flüssigkeitszufuhr, kühlende Umschläge im Nacken und auf der Stirn, an Beinen und Brustkorb wichtige Maßnahmen. Oder es ist auch ärztliche Mitbehandlung oder Krankenhauseinweisung nötig.


Bei älteren Menschen sollte die soziale Umgebung Mitverantwortung übernehmen – Familie, Nachbarn, Freunde. Oftmals vergessen Senioren zu trinken oder überschätzen auch die Anpassungsfähigkeit ihres Organismus. Blutdruckmedikamente müssen zum Teil niedriger dosiert werden. Auch die kühle Lagerung der Medikamente wird oft nicht beachtet – bereits bei kurzer Hitzeeinwirkung kann ein Wirkungsverlust eintreten. Arztpraxen, Pflegedienste und soziale Einrichtungen sollten entsprechende Info-Flyer bereithalten (z.B. https://daebl.de/Od9o oder über das Gesundheitsnetzwerk KLUG)


Am Arbeitsplatz muss auf eine strikte Einhaltung der Arbeitsschutzverordnungen geachtet – und oft auch dafür gekämpft werden. Ab 30 Grad müssen entsprechende Schutzmaßnahmen durchgeführt bzw. bereitgestellt werden. Ab 35 Grad ist eine Arbeit nicht mehr möglich. Entsprechende Regelungen gelten auch für den Schulunterricht.

Ursache ist die Klimakatastrophe

Der Zusammenhang von Hitze und Extremwetterlagen mit dem Übergang in eine Klimakatastrophe wird heute von keinem ernsthaften Wissenschaftler mehr geleugnet. Im Gegenteil: die Forderung nach radikalem Klimaschutz wird immer lauter. Und auch der Protest gegen die herrschende Politik, die den Klimaschutz in einer dramatischen Situation noch weiter zurück fährt. Das alleine wird natürlich nicht reichen, denn mittlerweile haben Selbstzerstörungsprozesse der Biosphäre begonnen. Dass heißt, dass verschiedene Faktoren der globalen Umweltkatastrophe, zum Beispiel die Erwärmung der Meere und die Anreicherung von Gasen wie Kohlendioxid und Methan einander beschleunigen, und zwar unabhängig von den Auswirkungen der kapitalistischen Wirtschaft (auch wenn diese sie natürlich weiter beschleunigt). 


Es ist ein Offenbarungseid des Imperialismus, wenn stattdessen unbegrenzte Milliardenbeträge für Kriegsvorbereitung bereit gestellt werden. Das ist auch ein Krieg gegen die Natur und unsere Lebensgrundlagen. Wir können und wir müssen diesem bewusst betriebenen Zerstörungsprozess skrupelloser Monopole, Finanz-Oligarchen und imperialistischer Regierungen endlich Einhalt gebieten. Klimaschutz ist zu einer Systemfrage geworden - wir brauchen eine Gesellschaft, in der die Bedürfnisse der Menschen in Einheit mit der Natur Richtlinien der Wirtschaft sind, also den Sozialismus.


Ganz aktuell geht es neben dem Gesundheitsschutz auch um Maßnahmen zum kommunalen Klimaschutz, die dringend durchgesetzt werden müssen: Entsiegelung und Begrünung der Städte, Wasserflächen und Wasserspielplätze, Trinkwasserbrunnen und auch Rückhaltebecken für Extremniederschläge. Nur ein Notbehelf können Klimaanlagen für Krankenhäuser und Pflegeheime sein, weil sie die Städte noch stärker aufheizen.


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