Pressekonferenz in Köln am 9. Juli

Pressekonferenz in Köln am 9. Juli

Eva Maria Michelmann spricht erstmals über ihre Haft und fordert Freiheit für Ahmet Polad

Bei einer Pressekonferenz der Familie von Eva Maria Michelmann, der Initiative People's Bridge und Rechtsanwalt Roland Meister wurde eine Video-Botschaft von Eva eingespielt. Zum ersten Mal seit ihrer Freilassung sprach sie öffentlich über ihre Haft.

Eva Maria Michelmann spricht erstmals über ihre Haft und fordert Freiheit für Ahmet Polad

Sie berichtete von monatelanger völliger Isolation in einem fensterlosen Raum, Lügen ihrer Bewacher, Gefängnissen in Aleppo, Idlib und Damaskus, überfüllten Zellen, Müttern, Kindern und Babys in Haft. Sie sagt klar: Schläge und Elektrotortur gehören in den Gefängnissen des syrischen HTS-Regimes zu den normalen Verhörmethoden. Syrien ist nicht sicher. Niemand darf dorthin abgeschoben werden. Niemand darf in den Folterknästen dieses Regimes zurückgelassen werden.

 

Hier die Videobotschaft von Eva auf YouTube

 

Auch die weiteren Beiträge der Pressekonferenz machten deutlich: Evas Freilassung beendet den Fall nicht.

 

People’s Bridge erinnerte daran, dass Eva nur freikommen konnte, weil Familie, Freund:innen, Kolleg:innen, Anwält:innen, Journalist:innenorganisationen, Menschenrechtsgruppen und Solidaritätsinitiativen den Fall über Monate öffentlich hielten. Solidarität hat Eva erreicht. Jetzt muss sie Ahmet erreichen.

 

Rechtsanwalt Roland M. Meister stellte klar: Ahmet Polad, mit bürgerlichem Namen Mehmet Nizam Aslan, wird weiterhin festgehalten. Es gibt keinen bestätigten aktuellen Haftort, keinen Rechtsstatus, keine Anklage, kein Aktenzeichen, kein Gericht und keinen Zugang für Familie, Anwält:innen, unabhängige Ärzt:innen oder IKRK. Selbst der Versuch, Ahmets rechtlichen Status über einen Anwalt in Damaskus zu klären, wurde blockiert: Eine Vollmacht wurde nicht akzeptiert, beschlagnahmt und der Anwalt mit Festnahme bedroht. Das ist keine Rechtsordnung. Das ist fortgesetzte Verdunkelung.

 

Die Familie machte deutlich, dass der öffentliche Druck nicht enden darf. Eva ist frei, weil nicht geschwiegen wurde. Ahmet bleibt verschwunden, solange nicht derselbe Druck auf seine Freilassung gerichtet wird. Die Bundesregierung muss offenlegen, welche deutschen Stellen wann von Festnahme, Haftorten, Folterhinweisen und Lebensgefahr wussten. Sie darf Ahmet nicht im syrischen Haftsystem zurücklassen und muss jede Überstellung an die Türkei ausschließen. Die Pressekonferenz hatte eine klare Botschaft: Freiheit für Ahmet Polad! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Keine Abschiebungen nach Syrien! Keine „Normalisierung“ mit dem al-Scharaa-Regime und seinem System aus Folter und Verschwindenlassen!