Das gekaufte Kind

Das gekaufte Kind

Ein Protagonist der Rechtsentwicklung tritt von seinem Amt zurück: Jens Spahn hat es zu weit getrieben

Landauf landab hagelte es Rücktrittsforderungen, gerade auch aus den eigenen Reihen kamen sie zuhauf. Am Ende konnten Jens Spahn und Bundeskanzler Friedrich Merz sie nicht mehr aussitzen. Heute um 13.50 Uhr platzte der Knoten: Die Nachricht von Spahns Rücktritt als Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion ratterte über die Bildschirme.

Von ab/gis
Ein Protagonist der Rechtsentwicklung tritt von seinem Amt zurück: Jens Spahn hat es zu weit getrieben
Jens Spahn - demaskiert (shutterstock_1888201069)

Jens Spahn dachte, er könne sich alles erlauben. Monatelang log er sich durch sämtliche Befragungen und Untersuchungen wegen seiner millionenschweren Maskendeals in der Corona-Pandemie - dafür aufkommen mussten die Massen. Als Vorsitzender der CDU-Fraktion gebärdete er sich als ultrareaktionärer Scharfmacher - für Militarisierung, für die Abschiebung von Flüchtlingen und Migranten, als Hetzer gegen Linke. Er war führend beteiligt daran, die Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf als Richterin am Bundesverfassungsgericht zu verhindern. Brosius-Gernsdorf ist für ein AfD-Verbot. Wo immer die sogenannte Brandmauer von CDU/CSU gegenüber der faschistischen AfD ein Stück weiter durchlöchert wurde: Spahn war mit von der Partie. Zu einem der weltweit führenden Faschisten, dem Tech-Milliardär Peter Diehl, unterhält er beste Verbindungen. 

 

Jens Spahn verkörpert in extremer Weise die Rechtsentwicklung der Bundesregierung und der CDU. Sein Rücktritt von seinem exponierten Amt als Fraktionsvorsitzender - längst überfällig!

 

Das Genick gebrochen hat ihm jetzt seine abgrundtiefe Doppelmoral, seine kaum zu überbietende Trennung von Wort und Tat. Die herrschende Klasse hat die Politiker, die sie verdient! Auch Parteifreunden, Kirchenvertretern und Ethik-“Spezialisten“ platzte der Kragen. Mit seinem Mann, Daniel Funke, hat er in den USA eine Leihmutter beauftragt, für sie ein Kind auszutragen. Das kostet bei den dortigen Spezialklinken zwischen 100.000 und 250.000 US-Dollar. Spahn wusste schon von der „gelungenen“ Schwangerschaft, als der CDU-Parteitag mit seiner Stimme den Beschluss bekräftigte, dass Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist! Hätte er doch, so lamentiert er heute, damals etwas gesagt, seine ach so schwere Entscheidung publik gemacht. Dann wäre er vielleicht nochmal ungeschoren davongekommen ... Wie will der CDU-Bürgermeister in Oberbayern, der CDU-Abgeordnete im katholischen Wahlkreis seinen Wählerinnen und Wählern verkaufen, dass CDU/CSU für die Werte von reiner Wahrheit, christlicher Nächstenliebe und heiler Familie stehen?

 

Unfreiwillig kinderlose oder schwule Paare mit weniger Geld gehen für solche Dienstleistungen mit menschlichen Körpern in die Ukraine. 45.000 Euro müssen sie dafür bei einer Geburtsklinik einzahlen, damit alles legal erscheint. Den Frauen, die ihren Körper dafür hergeben, bleiben allerhöchstens 15.000 Euro – damit sie ihre Familien über Wasser halten können. In der ZDF-Sendung 37 Grad wurde bereits 2022 aufgedeckt, was das für die Frauen in Zeiten des Krieges bedeutet. Das kapitalistische Gesellschaftssystem macht eben alles zur Ware – selbst das ungeborene Leben. Da kaufen sich eben reiche Männer arme Frauen für ihr „Babyglück“. Die UN berichtet, dass bereits 2023 15 Milliarden US-Dollar im Leihmuttergeschäft weltweit umgesetzt wurden (siehe auch Rote-Fahne-News-Artikel vom Januar 2026: Babys als Ware)

 

Spahn hat mit seiner Doppelmoral in ein Wespennest gestochen - Familienpolitik, den Wert der heilen Familie hochhalten, das hält die CDU für eine ihrer verbliebenden Kernkompetenzen. Das stellt man nicht ungestraft in Frage. Daniel Peters, Landesvorsitzender der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, zur Bildzeitung: Spahn habe sich in "voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt." Er nehme für sich in Anspruch, als Privatperson anders zu handeln als in seiner Rolle als CDU-Mandatsträger. "Die CDU steht für Glaubwürdigkeit und Klarheit, gerade in ethisch sensiblen Fragen", sagte Peters weiter. "Jens Spahn ist als Vorsitzender der Unionsfraktion nicht mehr tragbar und muss zurücktreten." 

 

Glaubwürdigkeit und Klarheit: Das wird man der CDU auch ohne ihren ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn nicht abnehmen.