Karlsruhe
Demonstration gegen den Abbau sozialer Errungenschaften am 11. Juli in Karlsruhe
Ca. 1.500 Menschen demonstrierten in Karlsruhe am Samstag, den 11. Juli, gegen den Abbau sozialer Errungenschaften durch die Bundesregierung. Aufgerufen hatten Gewerkschaften, Sozialverbände und verschiedene andere Organisationen.
Der Demonstrationszug begann um 11 Uhr am Festplatz und endete auf dem Friedrichsplatz. Zu Beginn, in der Mitte und am Schluss wurden Reden gehalten, in denen besonders die „Reformen“ der Regierung im Bereich Rente, Pflege, Soziales und im Gesundheitswesen angeprangert wurden. Auf der Abschlusskundgebung warnte die Landeschefin von ver.di, Maike Schollenberger, davor, die tariflich festgelegten Arbeitszeiten anzugreifen. Es gab mehrere Transparente, die den Kapitalismus als Ursache für die Verschlechterungen angriffen.
Die Aktion war stark von Ver.di geprägt. Es gab aber auch vereinzelt IG-Metall-Fahnen und Kollegen aus Metallbetrieben, unter anderem aus den Daimler-Werken in Rastatt und Gaggenau, die im Kampf gegen den Generalangriff des Daimler-Vorstandes auf Arbeitsplätze, Arbeitszeit, Löhne, Abschaffung von Homeoffice etc. stehen.
Wir von der MLPD verkauften das aktuelle Rote Fahne Magazin. Praktisch alle, die wir von der MLPD ansprachen, waren über die aktuellen Vorgänge bei VW und Daimler informiert. Dass es eine aktuelle Zeitung von Daimler-Kollegen, die "Stoßstange" dazu gibt, fand sehr großes Interesse und bot Gelegenheit, über die Hintergründe und Kampfmaßnahmen zu informieren. Wir forderten auf, die Kollegen praktisch zusammen mit der MLPD zu unterstützen, und luden zum örtlichen Treff ein.
Alle Angesprochenen waren solidarisch mit den Kollegen in der Autoindustrie. Die bürgerliche Propaganda, ob wir in Deutschland nicht zu teuer produzieren und ob nicht Fehlentscheidungen des Managements bei der E-Mobilität schuld wären, ist aber auch ziemlich verbreitet.
Kernauseinandersetzung war deshalb, dass die gegenwärtige Vernichtungsschlacht der Automonopole auf Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus beruht. In den langen Jahren, als die deutschen Automonopole märchenhafte Gewinne einstrichen und ausländische Kfz-Hersteller verdrängten, war das bei uns nicht so spürbar.