Pride-Month
CSDs im Aufwind - bei Gegenwind
Der Pride-Month (der Monat des Stolzes) hat mit beeindruckend großen Demonstrationen zum Christopher-Street-Day auch in Deutschland begonnen.
Über hundert Paraden, Demonstrationen, Straßenfeste und Diskussionsveranstaltungen werden vorbereitet und verstehen sich selbst zu großen Teilen immer bewusster als Teil des antifaschistischen Widerstands.
In Köln waren vor kurzem mindestens 60.000 Aktivistinnen und Aktivisten mit 120 Motivwagen mit viel Musik und Tanz unterwegs. Etwa 1 Million Zuschauerinnen und Zuschauer feierten und tanzten mit und unterstützten die Anliegen – in klarer Abgrenzung zu den zunehmenden Attacken faschistischer Kräfte bis hin zu deren Prügelkommandos.
Schon beim CSD in München am 27. Juni feierten unter dem Motto „Unsere Vielfalt“. „Unsere Stärke“: zwischen 230000 und 350000 Menschen mit.
Natürlich gibt es auch unter den Anhängern des seit 1969 gefeierten Christopher-Street-Days Diskussionen um die Denkweise. Steht für mich als Lesbe, Schwuler oder Transperson die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität im Zentrum meines Denkens, Fühlens und Handelns, egal welche politischen und weltanschaulichen Positionen ich vertrete? Oder hinterfrage ich die Wurzeln der Diskriminierung und engagiere ich mich für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenschluss im Klassenkampf und für eine sozialistische Perspektive, für eine Gesellschaft, in der die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität zur reinen Privatsache wird?
Die kapitalistische und imperialistische Gesellschaft betreibt dagegen Spaltung und die systematische Unterdrückung von Minderheiten. Das fängt bei Geflüchteten und Migrantinnen und Migranten an – und geht weiter.
Die Feindseligkeit und Repression von Lesben, Schwulen und Transpersonen gehört zu den Markenzeichen der akuten faschistischen Gefahr. Auch im Wahlprogramm der AfD, das sich für die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als „Regierungsprogramm“ bezeichnet, wird betont, dass nur das „deutsche“ Familienmodell „Vater, Mutter, Kinder“ Anerkennung und Unterstützung verdiene. Die „Regenbogenideologie“ wird bekämpft und entsprechenden Projekten soll jegliche Unterstützung entzogen werden.
Alice Weidel, die frisch gewählte AfD-Vorsitzende, meldete sich dagegen zu Wort: Sie lebe ja in der Schweiz mit einer Frau. Diese sei trotz dunkler Hautfarbe keineswegs Migrantin, sondern als Adoptivkind in der Schweiz aufgewachsen.
Solche „Richtigstellungen“ gehören bei den modernen Faschisten à la Weidel zum Image als „konservative Volkspartei und keinesfalls rechtsextremistisch“, was sie in Fernsehinterviews „schärfstens“ zurückwies.
Ob bei antifaschistischen Aktionen wie jüngst in Erfurt, in der Teilnahme an CSD-Demonstrationen oder in den Kämpfen der Arbeiterinnen und Arbeiter gegen die Kahlschlagspläne der Automobilkonzerne: Die MLPD und ihr Jugendverband REBELL zeigen Flagge für den Klassenkampf und für einen großen Streik als echte Mitbestimmung.