Kaum BAföG, kein Wohnraum, keine Minijobs?
Bundesstudierendenvertretung fzs fordert sofortige Maßnahmen der Bundesregierung
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., die Bundesstudierendenvertretung, warnt vor den Folgen der von der Rentenkommission vorgeschlagenen Abschaffung des steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs für Studierende.
Wer ist der fsz?
Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. ist der überparteiliche Dachverband von Studierendenschaften in der BRD. Mit 100 Mitgliedern vertritt der fzs mehr als eine Million Studierende. Der fzs ist Mitglied im europäischen Studierendendachverband ESU - European Students' Union und im Global Students' Forum.
„Einerseits erklärt Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, es sei ‚kein Drama‘, wenn Studierende neben dem Studium arbeiten, nicht für Luxus, sondern zur Sicherung der Existenz. Gleichzeitig werden nun Vorschläge diskutiert, die Erwerbstätigkeit finanziell unattraktiver machen. Wir halten das nicht für ein Versehen, sondern für den Ausdruck einer klassistischen Bildungspolitik: Offenbar besteht kein Interesse daran, Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft den Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen“, erklärt Maximilian Wimmer, fzs-Referent für gute Lehre und Arbeitsbedingungen an Hochschulen.
„Zwei Drittel der Studierenden mit eigener Haushaltsführung sind bereits heute durch ihre Wohnkosten überlastet. Studierende geben im Durchschnitt 54 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Wohnkosten aus, das ist mehr als doppelt so viel wie im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, so die zuletzt erschienenen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Gleichzeitig stehen bundesweit nur für rund zehn Prozent der Studierenden Wohnheimplätze zur Verfügung. Wer unter diesen Bedingungen die Rahmenbedingungen studentischer Erwerbstätigkeit verschlechtert, verschärft die soziale Krise von Studierenden weiter. Wer Minijobs reformieren will, muss gleichzeitig BAföG, studentische Krankenversicherung und bezahlbares Wohnen mitdenken“, fordert Katharina Rummenhöller, Vorstandsmitglied des fzs.
Rahel Schüssler, Referentin für BAföG und studentisches Wohnen, ergänzt: „Nebenjobs stellen für die überwiegende Mehrheit das fundamentale Existenzminimum her, um Miete und Lebensmittel zu bezahlen. Die Eindämmung prekärer Beschäftigung und des Niedriglohnsektors ist grundsätzlich zu begrüßen. Fällt dieses flexible Beschäftigungsmodell jedoch ersatzlos weg, drohen geringere Nettoeinkommen und höhere Sozialabgaben, was faktisch noch weniger Geld für diejenigen bedeutet, die bereits jetzt in Armut leben. Wir fordern wirkliche soziale Absicherungen und eine tragfähige Perspektive aus prekären Arbeitsverhältnissen, statt ein weiteres Treiben in die Verschuldung und schlussendlich den Studienabbruch.“