Irankrieg

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Bab al-Mandab: Will Huthi-Miliz den Suezkanal abwürgen?

Erst am Donnerstag berichteten wir von dem Krieg im Mittleren Osten und erwähnten, dass in Friedenszeiten etwa 120 bis 140 Schiffe täglich die Meerenge von Hormuz passieren. Durch die Straße von Bab al-Mandab verlaufen 10 bis 12 Prozent des jährlichen Seeverkehrs – der Schaden, wenn sie gesperrt wird, wäre vielfach größer.

Von fu

Alle Schiffe, die den Suezkanal bei Ägypten passieren wollen, müssen auch durch die Straße von Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbindet. Der Suezkanal ermöglicht es, Waren per Schiff zwischen Europa, Ostafrika, dem Mittleren Osten, den Fernen Osten, Asien und Australien zu transportieren, ohne Afrika und damit das stürmische „Kap der guten Hoffnung“ umrunden zu müssen. Deswegen wären die Auswirkungen auf die international organisierten Produktionsketten nochmals erheblich schlimmer, würde der Seehandel hier unterbrochen. Genau das sollen aber nun die Huthi planen, so berichtet die britische Zeitung „The Telegraph“ unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Das ist nicht sicher, jedoch eine Option, auf die sich eingestellt werden muss.

 

„Dies ist Teil der Strategie des Iran und der Huthis“, so die Quelle gegenüber der Zeitung, „Bab al-Mandab vollständig zu kontrollieren – wie Hormus.“ Vorerst würden sich die Huthis noch zurückhalten. „Es ist keine kluge Idee für den Iran, alle seine Karten gleich zu Beginn gleichzeitig auszuspielen.“ Aber die Huthis würden sich auch nun auf diese Eskalation vorbereiten: Sie benennen nun für jeden hohen Posten mehrere Nachfolger, um bei sogenannten „Enthauptungsschlägen“ handlungsfähig zu bleiben – also Mordanschlägen durch Geheimdienste und Militär, wie sie sowohl die USA als auch Israel immer wieder unternahmen, auch gerade im Iran. Es heißt, sie würden sich auf einen langen Kampf vorbereiten.

 

Dafür sollen die Huthis, die die nordöstliche Seite der Meerenge kontrollieren, mit der somalischen Miliz al-Schabab zusammenarbeiten, die die südwestliche Seite kontrolliert, um beide Seiten der Wasserstraße kontrollieren zu können. Die Quelle des Telegraph sagte: „Es gibt viele Hinweise auf eine Koordinierung zwischen den Huthis und al-Schabab. Diese Koordinierung zielt darauf ab, die Straße von Bab al-Mandab vollständig zu kontrollieren und zu blockieren, wenn der Iran dies künftig entscheidet. Die Huthis liefern im Auftrag des Iran Drohnentechnologie an al-Schabab, sodass die Huthis zu den Führern der Region werden.“

Saudi-Arabien öffnet neue Front im Jemen

Die Angaben einer anonymen Quelle lassen sich durch uns natürlich nicht überprüfen, allerdings sind deren Angaben in sich schlüssig, geben die strategische Realität wieder und sind nun wird umso plausibler, nachdem Saudi-Arabien mit Rücksprache in den USA am 14. Juli dem Bombenangriff auf den Flughafen von Sanaa im Jemen eine neue Front im Krieg gegen den Iran eröffnet hat.

 

Der Angriff am Montag beschädigte die Landebahn in der jemenitischen Hauptstadt, die von den Houthis, Verbündeten des iranischen Regimes, kontrolliert wird. Zu dem Bombenangriff auf den Flughafen bekannte sich die von Saudi-Arabien im jemenitischen Bürgerkrieg unterstütze und international mehrheitlich anerkannte jemenitische Regierung – nur, dass die gar keine funktionsfähige Luftwaffe besitzt. Ein Sprecher der Houthis beschuldigte Saudi-Arabien direkt, den Angriff durchgeführt zu haben. Parallel informierten zwei US-Beamte das US-Nachrichtenportal Axios, dass US-Präsident Donald Trump dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman seine Unterstützung für die Militäraktion zugesagt habe.

 

Der Krieg im Mittleren Osten ist ein Brandherd, der immer mehr Staaten in den Konflikt hineinzieht. Wenn es wirklich dazu kommt, dass die Straße von Bab al-Mandab gesperrt wird oder auch nur zu einer aktiven Kampfzone wird, werden die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Kriegs rapide zunehmen und damit immer mehr Mächte zum Eingreifen herausfordern.