Nach dem frühen Aus der DFB-Elf

Nach dem frühen Aus der DFB-Elf

Wird jetzt doch nicht Klopp, sondern Friedrich Merz der Nachfolger von Nagelsmann?

Bei der WM selbst spricht kaum noch jemand über das Debakel der deutschen Nationalmannschaft. Das Turnier ist ja inzwischen nach zahlreichen interessanteren Spielen schon ziemlich weit fortgeschritten.

Von jz/gis

In Deutschland dagegen und insbesondere beim DFB ist das frühe Aus notgedrungen weiter Gesprächsthema. Vor allem: Wer wird Nachfolger von Nagelsmann? Man hört, DFB-Granden haben in einem New Yorker Flughafenhotel mit Jürgen Klopp und Red Bull konstruktive Verhandlungen geführt und man sei einer Einigung näher gekommen. Für den Fall, dass es wider Erwarten doch nicht klappt, haben anonym bleiben wollende Influencer eine neue Option ins Spiel gebracht: Friedrich Merz!

 

Eines muss man dem Bundeskanzler lassen. Er arbeitet weiter sehr hart daran, als Kapitän seiner Regierungsmannschaft in der Skala der unbeliebtesten Politiker Deutschlands weiter nach oben zu klettern. Unbeliebter als Nagelsmann als Nationaltrainer. Das Merzsche Spielverständnis ist das eines knallharten Monopolpolitikers. Der der arbeitenden Bevölkerung ständig vors Schienbein tritt.

 

Jetzt versucht er sich in einem neuen Betätigungsfeld. Während Millionen Fußballfans in Deutschland noch mit einer ernüchterten Tristesse über die magere Fußballkost der deutschen Nationalmannschaft gegen den 41. der Weltrangliste Paraguay zu kämpfen hatten, versuchte sich der Bundeskanzler auf Social Media als hoch kompetenter Fußballexperte: "Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel!"… "Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch."

 

An Peinlichkeit kaum zu überbieten. Die ganze Nation fragte sich, von was für einem Spiel der Mann da spricht?! Seine elitäre Abgehobenheit über das reale Leben der Leute ist man ja schon gewohnt. Aber jetzt noch dieser komplette Realitätsverlust? Irgendwo in den weiten Fluren des Bundeskanzleramtes gab es wohl dann doch noch einen halbwegs Fußballkundigen, der Merz auf sein Eigentor aufmerksam machte.

 

Daraufhin organisierte der Kanzler seine Abwehr neu und sprach unter Zuhilfenahme eines notdürftigen Fachjargons von „Abstimmungsproblemen“ in seiner Social Media-Abteilung: „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark“, konterte er die Kritik auf X. Wer den Adler auf der Brust trage, habe Rückhalt verdient und keinen Spott. Bei diesen nur so vor nationalem Pathos triefenden Worten fühlt man sich eher an die Ansprache eines Generals erinnert, der zu seinen Soldaten nach einer verlorenen Schlacht spricht. Ehrliche und faire Kritik und Selbstkritik im Rahmen eines großen internationalen sportlichen Wettbewerbes? Fehlanzeige.

 

Aber vielleicht hatte der Kanzler bei seinem Fauxpas schon seinen offiziellen Poste zu den geplanten Massenentlassungen bei VW im Kopf. So in der Art:
"Auch wenn die Kündigungen schmerzen. Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei VW habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch." Na ja. Mit solchen Worten wäre er bei einer Betriebsversammlung sicher weiterhin auf eine äußerst gute “Abstimmung“ seiner Security-Leute angewiesen.