VW Zwickau
Was haben Dirk Panter und die Verteiler des „Vorwärtsgang“ gemeinsam – und was nicht?
Am Montag, den 29. Juli, zogen der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) in Begleitung des CDU-Landrats Carsten Michaelis und viel Presse vors Tor des Zwickauer VW-Werks. Was sagten sie zu ihrem Anliegen?
Der Belegschaft Solidarität ausdrücken und versichern, man wolle jetzt gemeinsam für die Arbeitsplätze kämpfen. Genau das taten Verteiler der Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“ bei Audi in Neckarsulm und später auch in Zwickau. Sie überbrachten Arbeitersolidarität und Vorschläge für den Kampf um jeden Arbeitsplatz. Im ersten Fall regelte der Werkschutz freundlich den Verkehr um den Menschenauflauf vor TOR West. Die Geschäftsleitung ließ Herrn Panter gern noch zum Gespräch aufs Werksgelände. Den „Vorwärtsgang“-Verteilern, darunter Freunde der MLPD, hetzte der gleiche Konzern Werkschutz und Polizei auf den Hals: Verhaftungen, gewalttätige Übergriffe, Anzeigen, Einschüchterung.
War im Fall 1 Presse freundlich willkommen, wurden im Fall 2 Handyaufnahmen als Beweismittel brutal unterdrückt und beschlagnahmt? Abgesehen davon, dass die Ratschläge der Tor-Besucher darüber, wie für Arbeitsplätze gekämpft werden kann, auseinandergehen mögen (so schlägt Landrat Michaelis Lohnverzicht und Minister Panter Standortwettlauf vor), wäre es doch interessant zu erfahren: Wie passt so eine offensichtlich politisch motivierte Diskriminierung und Repression zu den elend langen Compliance-Richtlinien von VW? Wer legt fest, wer den Arbeitern Solidarität überbringen und wer mit ihnen reden darf – der Vorstand!? Wie kommt es, dass die Polizei nur das tut, was VW will? Fragen über Fragen.