Tschechien
Vor dem Tor von Škoda in Mladá Boleslav
Am 7. Juli fanden sich mehrere Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Tor von Škoda in Mladá Boleslav in Tschechien ein, um die Solidarität mit den VW-Kolleginnen und ‑kollegen in Deutschland zu organisieren.
Ca. 200 Extra-Ausgaben der Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“ auf Tschechisch wechselten die Besitzerin bzw. den Besitzer. Hinzu kamen 100 englische Erklärungen der Internationalen Automobilarbeiterkoordinerung. Da unsere Tschechisch-Kenntnisse eher begrenzt bzw. nicht vorhanden waren, sprachen wir die Kolleginnen und Kollegen auf Englisch an: „Workers of Škoda and Volkswagen together! … against job-cuttings and plant-closings! Workers’ solidarity against job-cuttings! Tomorrow strikes in Germany!“
Dass wir die Extra-Ausgaben des „Vorwärtsgang“ auf Tschechisch dabei hatten, erleichterte vieles.
Einige Kolleginnen und Kollegen reagierten im Vorbeigehen ausdrücklich erfreut darauf, dass wir da waren, und stimmten zu, dass ein gemeinsamer Kampf aller VW-Arbeiterinnen und ‑Arbeiter nötig ist. Einzelne lobten uns ausdrücklich, dass wir extra aus Deutschland hierhergekommen waren.
Es gab aber auch Stimmen, die eindeutig von einem Standortnationalismus geprägt waren. So war immer wieder zu hören, dass es doch keine Probleme gebe. Das Werk in Tschechien sei von der Arbeitsplatzvernichtung bei VW nicht betroffen. Im Gegenteil, es wachse, deutsche Kollegen könnten nach Tschechien kommen. Dass auch bei Škoda irgendwann der Rotstift angesetzt werden wird, ist für viele noch nicht präsent. Umso wichtiger war unser Einsatz an diesem Tag.
Fazit: Dass der Kontakt hergestellt wird, war wichtig. Und: Wir waren bestimmt nicht das letzte Mal hier!