Leipzig/Halle

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Verdi-Vertrauensmann versus DHL – Darf man Rüstungstransporte ansprechen?

Der Solidaritätskreis gegen ungerechtfertigte Kündigungen bei DHL informiert über den bevorstehenden Prozess des Verdi-Vertrauensmann Christopher T.

Christopher klagt vor dem Arbeitsgericht Leipzig gegen mehrere Kündigungen und den Antrag auf Aufhebung seines Arbeitsvertrags durch DHL am Flughafen-HUB in Halle/Leipzig.

 

Der Fall ging letztes Jahr mehrmals durch die bundesweite Presse – fast 2000 vor allem Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter unterschrieben eine Petition gegen die Kündigung(en). Unter anderem die Leipziger Volkszeitung berichtete am 24. Dezember. Der UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit interessierte sich für den Fall und er war Gegenstand eines Friedensgebets in der  Nikolai-Kirche in Leipzig.

Anlass für dieses rabiate Vorgehen seitens des Logistik-Riesen ist ein Redebeitrag, den Christopher in seiner Freizeit auf einer Kundgebung gegen den israelischen Krieg gegen Gaza gehalten hatte. Er brachte darin sein ungutes Gefühl zum Ausdruck, über Waffenlieferungen durch den DHL-Konzern.

 

Ein Güte-Termin im Dezember blieb ohne Einigung. Das war zu erwarten. Wenn DHL ohne vorherige Abmahnung fristlos und hilfsweise fristgerecht mit sofortiger Freistellung reagiert und jetzt noch die Aufhebung des Arbeitsvertrags beantragt ist von Güte keine Spur. Aber auch auf Seiten des Beschäftigten kann es keinen faulen Kompromiss geben in Sachen Meinungsfreiheit. Offenbar ist DHL seine Kooperation mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall peinlich – obwohl man selbst auf der Webseite damit Werbung machte.

 

Der Prozess findet vor dem Arbeitsgericht Leipzig am morgigen Mittwoch, 8. Juli um 8.30 Uhr statt. Bereits für 7.45 Uhr planen der Solidaritätskreis und das Palästina Aktionsbündnis Leipzig (auf dessen Kundgebung der Redebeitrag gehalten wurde) eine Protestkundgebung vor dem Arbeitsgericht Leipzig, Wilhelm-Liebknecht-Platz. 

 


Für weitere Informationen oder Kontakt zu Christopher T können Sie sich gerne an mich wenden per Mail oder unter 0173-2715755

 

Mit solidarischen Grüßen
Jörg Weidemann