Gemeinsamer Wahlkampf?

Gemeinsamer Wahlkampf?

Sahra Wagenknecht auf Schleimspur zur AfD

Die Hoffnung stirbt zuletzt – auch für Sahra Wagenknecht. Bevor das BSW, die immer noch nach ihr benannte Partei nach wiederholten Wahlniederlagen gänzlich in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwindet, schleimt sie sich bei der faschistischen AFD ein.

Von Anna Bartholomé

In einem zwei Seiten langen - auf der Homepage veröffentlichten - Brief, bittet der BSW-Vorstand Alice Weidel, zu den bevorstehenden Landtagswahlen in Schwerin und Magdeburg zu gemeinsamen Wahlkampfauftritten. Sahra Wagenknecht will höchstpersönlich dabei sein, weil es sich mit ihr und Alice Weidel um Frauen handle, die „Marktplätze und Hallen füllen“.¹

 

Das Angebot wird als „Debatte“ verkauft, weil es ja auch „Unterschiede“ zwischen BSW und AFD gebe, so zur Haltung zum US-Präsidenten Donald Trump.

 

Vor allem aber gibt es Gemeinsamkeiten: Beide Organisationen gehören zu den Putin-Verstehern, die Krieg hin oder her Öl und Gas aus Russland wieder fließen lassen möchten. Gemeinsam ist ihnen die Verachtung von Lesben, Schwulen und Transpersonen und deren Recht auf Selbstbestimmung. Besonders einig sind sich beide in der Feindseligkeit gegen geflüchtete Menschen. Wagenkecht tritt als gastgebende Deutsche für die Abschiebung von Migranten ein, die angeblich „das Gastrecht missbrauchen“. Die AFD vertritt solche völkisch-nationalistischen Positionen als „Remigration“ mit offen faschistischem Inhalt. Zu diesen Faschisten will die Wagenknecht-Partei offensichtlich jede Abgrenzung oder Brandmauer einreißen.

 

Die AFD hat das neue BSW-Angebot entgegengenommen – und abgelehnt. Den Wahlkampf solle jede für sich führen. Süffisant heißt es, das BSW solle erst einmal die 5-Prozent-Hürde knacken, dann könne über die Zusammenarbeit gesprochen werden.

 

Wer immer noch geglaubt hatte, das BSW habe irgend etwas mit fortschrittlicher oder gar linker Politik zu tun, müsste es jetzt besser wissen.

 

Die ersten Ausritte aus dem BSW werden nun bekannt.