500 Demonstranten vor Demag Cranes & Components
"Ruhrpott-Rebellion" in Wetter an der Ruhr
Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich am Nachmittag des 7. Juli, um 15 Uhr, vor Tor 2 der Demag Cranes & Components in Wetter an der Ruhr zu einer kurzen, aber kämpferischen Demonstration im Rahmen der „Ruhrpott-Rebellion“ der IG Metall.
Für eine rebellische Atmosphäre sorgten unter anderem Auszubildende von ThyssenKrupp Hohenlimburg, die mit Bengalos ihre Entschlossenheit zeigten.
Der IG-Metall-Bevollmächtigte aus Hagen, Jens Mütze, begrüßte alle beteiligten Gewerkschaften von Ver.di bis GEW. Ausdrücklich hieß er auch die Delegation der MLPD willkommen, sowie die Courage-Frauen aus Hagen und Witten. Die „ganz linken Kräfte“, so Mütze, „gehören zum gemeinsamen Kampf gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeiten. Wir brauchen dazu Einheit und Solidarität.“ Dafür gab es großen Beifall.
Bei der Abschlusskundgebung am Bahnhofsvorplatz prangerten verschiedene Redner eindrücklich die Arbeitsplatzvernichtung, die Verschlechterung der sozialen Lage und die wachsende Gefahr von Faschismus und Krieg an. Sie betonten die Dringlichkeit des Kampfs zum Schutz der Umwelt und die Einheit der Arbeiterklasse gegen jede Art von Spaltung. Eine Delegation aus dem IG-Metall-Bildungszentrum Sprockhövel, darunter Vertrauensleute von VW aus Braunschweig und Stuttgart, stand für „wirkliche Gegenwehr“ ein.
Gleichzeitig merkte man auch, dass die sich aufbauende Kampfbereitschaft noch durch reformistische Illusionen und Erwartungen in staatliche Lösungen ausgebremst wird. So wurden immer wieder die „Mitbestimmung“ und die „Rettung des Sozialstaats“ beschworen. Im Kapitalismus ist die Ausbeutung der Arbeiterklasse gesetzmäßig, genauso wie die Umverteilung von unten nach oben durch den Staat – auch wenn diese angesichts des sich verschärfenden Konkurrenzkampfs unter den internationalen Konzernen immer hemmungsloser wird – mit dramatischen Auswirkungen auf die Arbeiter und ihre Familien. Die richtige Antwort darauf ist der Kampf um ein anderes Gesellschaftssystem ohne Ausbeutung und Unterdrückung! Und Mitbestimmung ist für die Arbeiterklasse nur durch Kampf möglich.
Unsere Ansprache mit dem Rote Fahne Magazin und dessen Titel „Ab 8. Juli Mitbestimmung durch Streik!“ stieß auf Interesse und etliche Käufer. Manche bezweifelten, ob es dazu kommt. Zugleich gab es überwiegend Einheit darüber, dass „eigentlich nur ein richtiger Streik“ die Antwort auf die aktuellen Angriffe von Regierung und Monopolen sein kann.
Diese Kundgebung war ein erster Schritt, die Notwendigkeit der Arbeiteroffensive und die Systemfrage offen und kontrovers zu diskutieren. Diese Debatte wird jetzt in den Betrieben weitergehen.