Pressemitteilung des Widerstandskomitees
Neckarsulm: Solidarität und Widerstand gegen die Werksschließung bei Audi wachsen
Das Widerstandskomitee gegen die Werksschließung bei Audi Neckarsulm und gegen die Kriminalisierung der Arbeitersolidarität war diese Woche weiter aktiv. In seinem Auftrag schreibt Günter Kachel:
Am Dienstag beteiligten sich Mitstreiter des Widerstandskomitees an der Kundgebung des neugegründeten Sozialstaatbündnisses Heilbronn. Die Angriffe auf soziale Errungenschaften, wie auf die Rente, Pflege, das Arbeitsrecht und die Krankenversicherung stehen in engem Zusammenhang mit dem Generalangriff von VW auf die Beschäftigten und fordern den Zusammenschluss von Arbeitern und Bevölkerung heraus.
Aufgegriffen wurde die Forderung von VW-Arbeitern: „Ab 8. Juli Mitbestimmung durch Streik!“ Ein Streik macht den Plänen von Monopolen und Regierung einen Strich durch die Rechnung. Am 8. Juli fand eine Kundgebung des Betriebsrats von Audi Neckarsulm und der IG Metall statt. Diese haben wir natürlich unterstützt und waren mit unserem schönen Transparent dabei.
Ein Höhepunkt der Aktivitäten des Widerstandskomitees in den letzten Tagen war die Kundgebung vor dem Audi-Tor mit rund 40 Teilnehmern. Von Kindern der Kinderorganisation ROTFÜCHSE, die selbstgebastelte Solidaritässtütchen an die Arbeiter verteilten, über aktive Frauen des Frauenverbands Courage, die ihre Erfahrungen aus Solidaritätsgruppen bei VW Kassel einbrachten, über Marxisten-Leninisten, die die Perspektive des Sozialismus als Denkanstoß mitgaben, bis zu aktiven IG-Metall-Senioren, die auch in Rente weiter an der Seite ihrer Kollegen stehen. Gewerkschafter von Mercedes und anderen Betrieben überbrachten ihre solidarischen Grüße.
Mit vielen Kollegen wurde diskutiert, dass man nicht abwarten darf, bis der VW-Vorstand seine Entscheidung öffentlich macht, sondern jetzt Druck machen muss. Dazu wurde auch die geplante Aktion der IG Metall am 9. Juli, mehrfach begrüßt und der Wunsch nach gemeinsamem Handeln wurde ausgesprochen.
Auch abends bei der Kundgebung des Widerstandskomitees auf dem Kiliansplatz, wo Fahnen verschiedener Organisationen zu sehen waren, haben sich weitere Mitstreiter eingetragen. Es wurden knapp 50 Euro Spenden zur Unterstützung der anstehenden Prozesskosten für die von Polizeigewalt betroffenen Verteiler der Kollegenzeitung "Vorwärtsgang" gesammelt, und es bildeten sich zeitweise ganze Trauben von Passanten, die auf dem Transparent „Gegen die Werksschließung und Polizeigewalt bei Audi Neckarsulm – Ab 8. Juli Mitbestimmung durch Streik“ unterschreiben wollten. Inzwischen zählt das Transparent mind. 388 Unterschriften.
Aktuell geht durch die Medien, dass VW die Produktion bei Audi in Neckarsulm bis 2034 einstellen will. Insgesamt stehen 100.000 Arbeitsplätze auf der Abschussliste. Die Verhandlungen sollen sich noch bis in den Herbst 2026 ziehen. Die Schließung des Werks, wann auch immer, oder auch die "schleichende" Vernichtung von Tausenden Arbeitsplätzen ist keine Option. Die Belegschaften in den Automobilwerken brauchen jetzt einen langen Atem, und dazu bekommen sie von uns jede Solidarität und Unterstützung, die nötig ist. Das soll beim nächsten Treffen des Widerstandskomitees am 17. Juli beraten werden, denn eins ist sicher: Das war erst der Anfang unseres Widerstands gegen die Werkschließung und Polizeigewalt bei Audi Neckarsulm, und der wird sich weiter verbreitern.