Stuttgart
„Mitbestimmung durch Streik“ kam gut an, beim Autokorso der IG Metall durch Stuttgart
Die IG Metall Stuttgart hatte zu einem Autokorso aufgerufen, der sich gegen die Angriffe von Autokonzernen und Regierung richtet. Das Motto: „Jetzt zählt’s! Vorfahrt für Solidarität“.
Gut 200 Fahrzeuge starteten laut hupend und mit IG-Metall-Wimpeln und Losungen zur Verteidigung der 35-Stunden-Woche sowie zur „Mitbestimmung durch Streik!“ am Fuß des Fernsehturms. Letzteres Transparent hatten zwei Vertrauensleute aus dem Mercedes-Werk Sindelfingen bei der Auftaktkundgebung gut sichtbar getragen.
Für die Stuttgarter traf es offensichtlich gut die Stimmung, weshalb das Transparent in der Online-Ausgabe der Stuttgarter Zeitung kam.
Viel Zustimmung für diese Losung der MLPD in den Gesprächen von Mitgliedern der MLPD unter den demonstrierenden Automobilarbeiterinnen und -arbeitern. Denn es wird immer klarer, dass der Generalangriff bei VW oder Mercedes nur in der Verbindung von gewerkschaftlichen mit selbständigen Streiks abgewendet werden kann.
Die Mehrheit bildeten Vertrauensleute von Mercedes. Es wären wahrscheinlich deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen gekommen, wenn nicht die Personalabteilung mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht hätte und wenn die IG Metall breiter zum Autokorso aufgerufen hätte.
Wenn es nach Mercedes geht, hätten alle Kollegen für die Aktion Urlaub anmelden müssen. Dieser wird verwehrt, wenn die Produktion beeinträchtigt wird – was ja gerade der Sinn von Kampfaktionen ist. Offensichtlich hat auch Mercedes Angst davor, dass es zu Streiks ihrer „lieben Mitarbeiter“ kommt.
Begrüßt wurden die ankommenden Kolleginnen und Kollegen in ihren Autos mit Kurzansprachen, Transparenten und Flugblättern durch Mitglieder der MLPD. Auch beim Hotspot, an dem der Autokorso gleich zu Anfang vorbeifuhr, zeigten viele Kollegen anerkennend mit dem Daumen nach oben. Mit Hupen und anderen freundlichen Gesten machten sie deutlich, dass sie die MLPD als Partei an der Seite ihres Kampfes sehen. In dem Zusammenhang kauften einige Kollegen das Rote Fahne Magazin zur „Mitbestimmung durch Streik“. Helfen wir ihnen, die Erfahrungen mit dem Generalangriff von Monopolen und Regierung als typisch für den Kapitalismus zu verarbeiten und sich mit der sozialistischen Alternative auseinanderzusetzen. Jetzt die Betriebsgruppen der revolutionären Arbeiterpartei MLPD stärken und Mitglied werden – dafür gilt es, sie zu überzeugen!
Im Widerspruch zur wachsenden Streikbereitschaft und Aufgeschlossenheit sowie zum Respekt gegenüber der MLPD unter den Kolleginnen und Kollegen stand, dass Verantwortliche der IG Metall die Ansprachen und Transparente der MLPD attackierten. Sie holte dazu nach einiger Zeit die Polizei. Das Gros der Ordner verhielt sich dagegen sehr freundlich und manche bedankten sich zum Teil dafür, dass wir (als einzige Partei) unsere Solidarität zeigten.