Dokumentation
Kinotipp: "Was haben wir gelacht"
Am 16. Juli startete in den Kinos die Dokumentation „Was haben wir gelacht“.
In ihr wird belegt, welcher Sexismus, welche Frauen-und Fremdenfeindlichkeit in den TV-Unterhaltungssendungen der 1990er und 2000er Jahre verbreitet wurde. Frauen als Comedians und Moderatorinnen nahmen meist nur Nebenrollen ein. Wer durfte lustig sein, auf wessen Kosten wurden Witze gemacht? Das beleuchtet diese Doku. Witze gemacht wurden meist gegen Frauen und Ausländer.
Thomas Gottschalk, Stefan Raab und Harald Schmidt taten sich besonders hervor. Aber auch beim links angesiedelten Scheibenwischer bekam Maren Kroymann sexistische Tendenzen zu spüren. Als sie ihr Anliegen vorbrachte, mit eigenen Texten zu arbeiten, lehnte dies der Verantwortliche ab: „Wir haben unsere Textschreiber, sie solle über die Bühne gehen und mit dem Hintern wackeln.“
Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster, Esther Schweins. Sie haben gegen den verbreiteten Sexismus gekämpft. Auch, welche Kämpfe sie dabei mit sich selber austragen mussten, um in die Offensive zu kommen. Maren Kroymann fragt sich, warum haben wir Frauen so viel mitgemacht?
Eine sehr sehenswerte Dokumentation, die auch die Verbindung zu heute zieht. „Macht den Mund auf, lasst euch nichts gefallen“ (Gaby Köster). Ein lohnender Kinobesuch auch in Verbindung mit dem Frauenpolitischen Ratschlag.