Spannende Gespräche am Eingang des Kongressparks
Jugendauszubildendenversammlung in Wolfsburg
Am Dienstag, 7. Juli, fand die Jugendauszubildendenversammlung bei VW in Wolfsburg statt. Es kamen ca. 300 Auszubildende aus der Region Wolfsburg und Braunschweig. Kurzfristig wurde Konzernchef Oliver Blume von der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) wieder ausgeladen. Ursprünglich wollte er sprechen. Ein Auszubildender erklärte das damit, „dass es kein Signal für Harmonie mit dem Vorstand“ geben soll.
Aktive des Jugendverbands REBELL, die aus Nordrhein-Westfalen angereist waren, und MLPD-Genossinnen und -Genossen warben für die Stärkung des Arbeiterjugendverbands REBELL. Auf unsere Frage: „Nur organisiert können wir gegen Arbeitsplatzvernichtung und Werksschließungen kämpfen. Was meinst du?“ gab es von vielen positive Antworten. „Ja, das stimmt. Alleine kommst du gegen die oben nicht an.“ Auch auf die Aussage „Die Jugend muss vorangehen“ kam viel Zustimmung. Wir sprachen auf den REBELL an, mit dem aktuellen Flugblatt „Zukunft der Jugend in Gefahr“. Den kannten die meisten noch nicht und ca. 40 Prozent nahmen interessiert das Flugblatt.
Mehrere Azubis kritisierten, dass die Qualität der Ausbildung schlecht ist. Selbst in Berufen, die früher einen hohen Ausbildungsstandard hatten, wie Mechatroniker, würde man kaum etwas lernen. „Die Ausbilder haben auch keine Lust mehr. Wenn du dich nicht selber kümmerst, lernst du nix.“
Dass der REBELL gegen den Kapitalismus und für den Sozialismus kämpft, fand bei vielen Gesprächen Sympathie. Viele wollen sich jedoch erstmal unverbindlich informieren. Acht Jugendliche wollen den REBELL besser kennenlernen. Wichtig war, den echten Sozialismus und den Unterschied zum Verrat am Sozialismus in der DDR konkret deutlich zu machen. Die Palästinasolidarität erwies sich als eines der wichtigsten Markenzeichen des REBELL, besonders für diejenigen, die in Verbindung mit dem Rebell bleiben wollen.
Nach Beendigung der mehr als fünfstündigen Jugendauszubildendenversammlung befragten wir die Jugendlichen, was nun im Sinne des Kampfes gegen die Vorstandspläne beschlossen wurde. Es war ernüchternd, dass mehrere berichteten, dass die drohenden Werkschließungen und Arbeitsplatzvernichtung vollständig ausgeblendet wurden, und nicht einmal über geplante gewerkschaftliche Aktionen informiert wurde. Das unterstreicht, wie wichtig die Stärkung des Jugendverbands für die Rebellion der Auszubildenden ist - und dass eine kämpferische Gewerkschaftsarbeit gestärkt werden muss.
Das Ordnungsamt der Stadt Wolfsburg und das Rätsel um die REBELL-Fahne
Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes entdeckten die REBELL-Fahne, die an einem Verkehrsschild vor dem Kongresspark gut sichtbar angebracht war. Was ist denn das? Sie wurde von allen Seiten untersucht, hochgehalten und fotografiert. Vielfache hektische Telefonate führten zum Ergebnis: Das gefährliche rote Objekt muss abgehängt und beschlagnahmt werden. Ohne Quittung. Der Protest gegen das Abhängen und die Aufforderung, das Eigentum des REBELL wieder herauszugeben, wurden verweigert: Die Rebell-Fahne muss beim Ordnungsamt wieder abgeholt werden. „Wenn mein Chef das sagt, dann ist es so.“ Als der REBELL sie später dort holte, waren die dortigen Mitarbeiter sehr verwundert über den Vorgang. Nur der Leiter des Ordnungsamts ließ sich nicht blicken.