Protest bei Mercedes in Hamburg

Protest bei Mercedes in Hamburg

„IG Metall streikbereit!“ – Die Kollegen stimmten ein

Die Protestkundgebung bei Mercedes in Hamburg fand am 3. Juli von 12.30 Uhr bis 13 Uhr mit 500 bis 1000 Kollegen statt. Von Airbus Finkenwerder, Buxtehude, Still und Körber-Technologics waren IG-Metall-Delegationen gekommen.

Von der Kreisleitung Hamburg-West der MLPD

Ein Ersatz-Betriebsrat, der auf jeder Betriebsversammlung spricht und dafür viel Unterstützung bekommt, konnte seine Rede nicht halten; er forderte dies ein zweites Mal mit Unterstützung eines Kollegen vergeblich; ich selbst sprach auch andere Kollegen an, dass sie ihren Betriebsrat dabei unterstützen. Eckpunkte seiner Rede waren: „8. Juli: Mitbestimmung durch Streik – in die Gegenoffensive gehen; 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich; für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht. Die Protestkundgebung ist gut, aber auch bei Mercedes muss der Streik vorbereitet werden!“

 

Die Kollegen waren mit mir der Meinung, dass eine Protestkundgebung nicht ausreicht. Ich forderte sie dazu heraus, selbst aktiv zu werden, die Gewerkschaft zur Kampforganisation zu machen.

 

Der Tenor der Rede des Betriebsratsvorsitzenden und des IG-Metall-Kollegen von der Verwaltungsstelle entsprach dem, was bereits auf Rote Fahne News berichtet worden war. Vor allem stach der dort angestimmte Sprechchor heraus: IGM? – Streikbereit, mercedesweit, branchenweit, international!“, in den die Kollegen kräftig einstimmten.

 

Die Reden sprachen den Klassenstandpunkt an: dass der Konzern nur durch die Arbeit der Kollegen aufgestiegen ist; dass die Ursache der Krise allein beim Konzern liegt und durch das Kahlschlagprogramm der Regierung nicht gelöst wird. Das bekam viel Beifall. Dann kam die reformistische Wende, dass die Arbeiter den Sozialstaat gegen die Konzerne verteidigen müssten. Das durchschauten die Kollegen nicht sofort. In den Gesprächen waren sie offen dafür, dass der Staat Instrument des Monopolkapitals ist und der Sozialismus erkämpft werden muss. Manchen ging das zu weit, sie wollten sich auf die nächsten Aufgaben konzentrieren.

 

Die Rede des Vertrauenskörperleiters hatte den Hauptstoß Vorbereitung und Führung von Streiks. Er würdigte die Kollegen, die ohne Abstempeln herausgegangen sind, griff aber nicht das völlig unzureichende Streikrecht an und dass diese Kollegen die volle Unterstützung der Gewerkschaft und der Kollegen bekommen müssten.

 

Ich sprach in diesem Zusammenhang die Polizeimaßnahmen gegen die Verteiler der Betriebszeitung in Neckarsulm an; die Kollegen stimmten mir zu, dass jeder Angegriffene die volle Solidarität braucht.