Kurz vor der Pleite?
Die Konzerne jammern – auf allerhöchstem Niveau
Ach, wie tragisch! Die 200 größten deutschen Unternehmen haben 2025 „nur" noch 107,1 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Ein Minus von 11,7 Milliarden gegenüber dem Vorjahr. Die FAZ titelt es dramatisch, die Vorstände klagen in Interviews, und die Lobbyisten fordern schon wieder „Entlastung". Kurz vor der Pleite, oder was?
Realitäts-Check: Der Umsatz blieb bei stolzen 3,8 Billionen Euro praktisch unverändert. Die Konzerne haben also weiterhin Geld wie Heu gescheffelt – nur eben ein kleines bisschen weniger als im Rekordjahr davor. Das ist Jammern auf hohem Niveau.
Jetzt wollen sie „sparen" – nur wo?
Bei den Beschäftigten natürlich. Stellenabbau, Leiharbeit ausweiten, Löhne drücken, Tarifverträge „flexibilisieren".
Beim Umweltschutz selbstverständlich. Weniger Investitionen in „Nachhaltigkeit", mehr Greenwashing, und wo möglich heimlich wieder Kohle und Gas pushen. Schließlich kostet der ganze Klimakram ja nur Geld.
Und bei Steuern sowieso – die ewige Forderung nach Senkungen, obwohl sie schon jetzt mit Tricks und Verlagerungen wenig zahlen.
Dabei sitzen sie weiterhin auf riesigen Profiten. Über hundert Milliarden Euro Jahresüberschuss für die 200 größten! Das reicht locker für fette Boni, Aktienrückkäufe und Dividenden, die Aktionäre strahlen lassen. Aber nein – es muss maximal sein. Immer mehr. Jedes Prozent weniger ist eine Katastrophe.
Das ist die bittere Logik des kapitalistischen Systems: Gewinne sinken leicht → Ausbeutung verschärfen. Mehr Druck auf die Belegschaft, mehr Angriffe auf die sozialen rechte durch die Regierung, mehr Umweltzerstörung im Namen der „Wettbewerbsfähigkeit". Die Konzerne sind nicht arm. Für sie zählt nur der Maximalprofit. Und ihr Jammern ist nichts anderes als ideologische Vorbereitung für den nächsten Angriff auf Löhne, Rechte und Standards.