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Das Ultimatum der VW-Belegschaft an Blume: Rücknahme des Generalangriffs – sonst Mitbestimmung durch Streik!

Dieser Artikel ist in der aktuellen Extra-Ausgabe der Zeitung von und für Kolleginnen und Kollegen in den deutschen VW‑, Audi‑, Porsche‑ und MAN-Werken, „Vorwärtsgang“, erschienen.

Aus der Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“
Das Ultimatum der VW-Belegschaft an Blume: Rücknahme des Generalangriffs – sonst Mitbestimmung durch Streik!
(rf-foto)

Es gibt bisher keine offizielle Verlautbarung über die Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung. Diese Hinhaltetaktik können wir nicht akzeptieren. Es geht um unsere Existenz. Anscheinend bekam Blume im Aufsichtsrat gestern zu Recht keine Mehrheit für seine konkreten Pläne. Aber er hält knallhart an seinem Kurs fest. Er verschärft sogar seinen Generalangriff auf uns.


Direkt nach der Sitzung hatte Blume ein lange vorher beschlossenes Strategiepapier veröffentlicht. Ihm sind Beschlüsse des Aufsichtsrats anscheinend egal. Er droht, VW auszugliedern, wenn er dort keine Mehrheiten erhält. Das ist mehr als dreist! Und das zeigt: Die „Mitbestimmung“ über den Aufsichtsrat ist gescheitert.


Der Vorstand verspricht dort „gelebten Teamgeist“. Glaubt der, wir sind doof? Denn: Das Papier plant einen Rückbau der Produktionskapazität auf 9 Millionen Fahrzeuge im Jahr oder eine Straffung der Modellpalette um 50 Prozent. Das war aber seit Monaten exakt die Rechtfertigung für die Pläne, 10.000 Arbeitsplätze zu vernichten und vier Werke zu schließen.


Gestern wurden neue Geheimpläne des Vorstands bekannt: Er will sogar 120.000 Arbeitsplätze vernichten. Das erklärte Ziel: die Profitrate zu verdreifachen. Merz steht voll dahinter und die Regierung will uns immer mehr Lasten aufbürden. In Neckarsulm wurde Arbeitersolidarität kriminalisiert. Nein zur verschärften Ausbeutung und Unterdrückung durch VW und Staat!


Jetzt hilft nur noch „Mitbestimmung durch Streik!“. Das haben wir VW-Arbeiter die letzten Tage gut trainiert. Es gab am 8. Juli bei VW und Mercedes über zehn selbständige Aktionen. Zigtausendfach wurde diskutiert, dass wir harte gewerkschaftliche und selbständige Streiks brauchen, und immer mehr stimmen zu.

 

Mindestens 5.000 beteiligten sich an 20 Standorten beim IG-Metall-Aktionstag am 9. Juli. Es wären Zehntausende gewesen, wenn der Vorstand nicht mit Abmahnungen gedroht hätte und unsere IG Metall zu breiter Beteiligung aufgerufen hätte. Mit einem lauen Lüftchen werden wir den Generalangriff nicht wegbekommen. Wer Wind sät, muss Sturm ernten!


Opel-Arbeiter aus Eisenach besuchten die Kollegen in Zwickau. In ganz Deutschland stehen die Kollegen in den Betrieben hinter uns. Internationale Solidarität kam aus Indien, Argentinien oder Tschechien. 33 000 Mercedes-Arbeiter gingen am Freitag letzter Woche auf die Straße und legten die Produktion still, gegen Lohnkürzungen und Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Die Bevölkerung steht hinter uns.


Betriebsratsvorsitzende Cavallo lehnt Werksschließungen ab und hat Blume ein Ultimatum gestellt. Er soll sich bis heute der Belegschaft erklären. Das ist richtig! Sie droht allerdings nur mit Betriebsversammlungen nach der Sommerpause.


Hofft man, dass sich im Urlaub unsere Gemüter beruhigen? Schon 2024 wurde darauf gesetzt, dass wir über Weihnachten das Kämpfen vergessen. Das ist für uns keine Option.


Stellen wir Blume das Ultimatum der Belegschaft: Er muss umgehend erklären, dass der ganze Generalangriff zurückgenommen wird. Sonst heißt es: Mitbestimmung durch Streik!