Bremen

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Wachsende Streikbereitschaft

Nach dem 3-stündigen Streik der Bremer Mercedeskollegen am letzten Freitag wurde viel diskutiert. Am 7.7. wurde ein Extra der Kollegenzeitung „Stoßstange“ mit der Überschrift „Ab 8. Juli: Mitbestimmung durch Streik“ verteilt. Die Verteiler berichteten, dass die Nehmerquote mehr als doppelt so hoch war wie sonst.

Korrespondenz

Es gab viel Zustimmung, dass es kein Zufall ist, dass die geplanten Massenentlassungen und Werksschließungen bei VW, die geplante Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich und die beabsichtigte Nichtauszahlung vereinbarter Lohnbestandteile bei Mercedes, die Angriffe der Bundesregierung auf Renten, Krankmeldungen, etc., gleichzeitig erfolgen. „Das ist ein Angriff auf die ganze Arbeiterklasse“ – da reicht es auch nicht aus, jeden einzelnen Angriff abzuwehren – wir müssen in die Offensive kommen!

 

Großes Interesse gab es, was die VW-Kollegen machen. „Vollstreik wäre richtig“, sagten etliche. Heute, am 8. Juli, wurde dann der MLPD-Aufruf „Stärkt die Betriebsgruppen der MLPD!“ verteilt – dabei wurde jede und jeder angesprochen: „Mach mit in der Betriebsgruppe … wir brauchen dich … nur organisiert sind wir eine Macht … der ganze Kapitalismus muss weg …“. Diesmal war die Nehmerquote z.T. noch höher. Es gab sehr viel Zustimmung – kein einziger verteidigte den Kapitalismus. Viele wollen es sich überlegen, aktiv mitzumachen.

 

Im Betrieb war das natürlich auch oberstes Thema, wie berichtet wurde. Etliche Vertrauensleute schlugen unter anderem vor, die Spätschichtpause als Start für den Streik zu nehmen. In einer Versammlung war die Mehrheit jedoch noch für Abwarten.

 

Für Freitag, 10.7., auf dem Marktplatz um 15.30 Uhr, rufen der DGB und alle Einzelgewerkschaften in Bremen zu einer Kundgebung gegen die Angriffe der Bundesregierung auf die soziale Lage unter der Überschrift „Uns reicht’s – Bremen Bambule“ auf. Richtig heißt es darin: „Die Reformen sind umfassend: Gekürzt wird bei der Rente, bei Gesundheit und Pflege. Bei der sozialen Infrastruktur – bei Kindern und Jugendlichen und all jenen, die Hilfe brauchen. Den 8-Stunden-Tag will man schleifen und die Beschäftigten sollen billiger und flexibler werden. Der Klimawandel scheint keine Rolle mehr zu spielen. Und die wirklich Vermögenden werden immer reicher.“

 

Auch wenn es wachsweich im weiteren Text heißt: „Die Regierung muss ihren Kompass wieder finden“ und Illusionen in den „Sozialstaat“ verbreitet werden – diese Kundgebung ist ein guter Anlass, den gemeinsamen Kampf gegen Monopole und Regierung, die Stärkung der Gewerkschaften als Kampforganisationen, sowie die grundsätzliche Lösung im Sozialismus und die Stärkung der revolutionären Organisation, MLPD, voranzubringen.