Bochum - Kundgebung im Rahmen der Ruhrpott-Rebellion
Große Offenheit für grundsätzliche Kritik am Kapitalismus
Etwa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen bei sengender Hitze in die Bochumer Innenstadt. Vor Beginn fand noch eine Mobilisierungskundgebung statt von der Gruppe „Offensiv“ bei Opel.
Die ca. 50 Zuhörerinnen und Zuhörer - plus viele, die im Vorübergehen die Ohren spitzten - bekamen Argumente vieler Opelaner mit, sowie von etlichen, die spontan das Wort ergriffen. Für die Einheit aller Automobilarbeiter, auch aller Branchen und international.
Eine Genossin der MLPD begrüßte die Ruhrpott-Rebellion. Wir können und müssen unsere Lage grundsätzlich verbessern durch Sturz dieses Systems und Aufbau des Sozialismus. Mehrere ergriffen spontan das Wort und gingen auf die an dem Tag durchgepeitschten Angriffe im Gesundheitswesen, sowie viele weitere kaum bekannte Angriffe ein.
Bei der DGB-Kundgebung (nach der IG Metall hatten alle DGB-Gewerkschaften außer der Polizeigewerkschaft unterschrieben) gab es zwar auch Werbung für einen angeblichen „Sozialstaat“. Manchmal vermischt, aber insgesamt überwiegend sehr kämpferische Beiträge. Die beim 1. Mai bewährte Methode, keine prominenten Redner, sondern Kolleginnen und Kollegen von der Basis zu Wort kommen zu lassen, wurde wieder erfolgreich umgesetzt. Große Empörung über die weitreichenden Angriffe der Bundesregierung. Für den 26. September wurden bundesweit mehrere ähnliche Gewerkschaftskundgebungen angekündigt.
In den Gesprächen waren die meisten sehr offen für grundsätzliche Kritik am Kapitalismus und setzten sich mit dem echten Sozialismus auseinander. Deshalb kauften sie u.a. das Buch zum Opelstreik, Rote Fahne-Magazine, nahmen das Flugblatt „Stärkt die Betriebsgruppen der MLPD“. Einer nahm das Parteiprogramm und spendete dafür, weil er sich nicht sicher ist, ob er bei der Linken richtig ist. Mehrere wollen in Kontakt bleiben mit uns und tauschten die Telefonnummern aus.
Vielleicht kann man es am ehesten mit dem 1. Mai vergleichen, wo auch eher die aktiveren Kollegen zur DGB-Kundgebung kommen. Die Zustimmung ist seitdem noch deutlich gewachsen.