VW/Letzte Meldungen/Aktualisiert um 21.45 Uhr

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Aufsichtsratssitzung beendet - VW veröffentlicht "Zukunftsplan" mit drastischen Angriffen

Die Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen ist vorbei. Doch über Ergebnisse schweigt der Konzern bisher eisern. Weder Vorstand noch Aufsichtsrat haben konkrete Informationen zu den geplanten Massenentlassungen und Werksschließungen herausgegeben. Aber: Nur kurze Zeit nach Ende der Aufsichtsratssitzung hat Volkswagen eine vorbereitete Pressemitteilung veröffentlicht. Der Konzernvorstand stellte dem Gremium seinen „Zukunftsplan“ vor. Parallel erschien auf bild.de ein Interview mit VW-Chef Oliver Blume.

In der Mitteilung malt der Vorstand ein tolles Bild der Zukunft: Die Volkswagen Group soll bis 2030 „das attraktivste Automobilunternehmen der Welt“ werden – mit „ikonischen Marken, begeisternden Produkten, führenden Technologien, robusten finanziellen Ergebnissen, verlässlicher Performance am Kapitalmarkt und gelebtem Teamgeist“.


Gelebter Teamgeist – das klingt schon zynisch, bedenkt man, worum es tatsächlich geht. Der Plan sieht genau die drastischen Maßnahmen vor, auf die rf-news die ganze Zeit hinweist

  • Straffung der Modellpalette um bis zu 50 Prozent.
  • Reduzierung der "Angebotskomplexität" um bis zu 75 Prozent.
  • Anpassung der Produktionskapazitäten auf rund 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr 

 

Das bestätigt die Vorstandsbeschlüsse zu massivem Arbeitsplatzvernichtung und geplanten Werksschließungen (Osnabrück, Emden, Hannover, Zwickau, Neckarsulm). Heute wurden Internas aus dem Vorstand bekannt, dass VW sogar 120.000 Arbeitsplätze vernichten will.


Auffällig: Laut VW wurde der Aufsichtsrat bei dieser Sitzung nur informiert. Das deutet darauf hin, dass eine Entscheidung im Aufsichtsrat vertagt wurde, der Vorstand aber an seinem Generalangriff auf Kosten und Kapazitäten festhält – und ihn noch verschärft.


Und das trotz der Proteste der letzten Tage!


Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo (IG Metall) hat nun reagiert und Konzernchef Oliver Blume ein Ultimatum gestellt: Bis morgen (10. Juli) muss Blume gegenüber der Belegschaft Stellung zu den „Gerüchten“ über historisch hohe Arbeitsplatzverluste und das mögliche Aus für bis zu fünf deutsche Werke beziehen. Andernfalls drohen nach der Sommerpause VW-weite außerordentliche Betriebsversammlungen.


Cavallo stellt sich klar gegen Werksschließungen – das ist richtig und wichtig. Gleichzeitig spricht sie jedoch von „sozialverträglichen“ Lösungen und Arbeitsplatzabbau auf freiwilliger Basis. Das klingt für viele Betroffene zynisch. Gerade mit Blick auf die Jugend und die Zukunft der Standorte ist ein solcher „sozialverträglicher“ Kahlschlag keine Lösung, sondern nur die Verwaltung des Niedergangs.


Es ist Zeit, dass die Belegschaft nicht bis nach der Sommerpause wartet. Statt nur Betriebsversammlungen braucht es jetzt harte gewerkschaftliche und selbständige Streiks. Nur so kann verhindert werden, dass der Vorstand seinen Generalangriff durchzieht. Mitbestimmung durch Streik!