Pressemitteilung zur 541. Saarbrücker Montagsdemo

Pressemitteilung zur 541. Saarbrücker Montagsdemo

Am Mittwoch 8. Juli mit der Abwartehaltung brechen

Von der 541. Montagsdemo in Saarbrücken berichtet deren Pressesprecherin Sabine Fricker (Auszüge):

Von Sabine Fricker (Montagsdemo Saarbrücken)

Die Montagsdemonstriererinnen und Montagsdemonstrierer kämpften … bei 29° im Schatten mit ihren Argumenten und Informationen um die Herzen und die Zustimmung der Passanten, am kommenden Mittwoch, dem 8. Juli, mit einer uns allen bekannten Abwartehaltung zu brechen.


Konkret mit der Abwartehaltung gegenüber dem VW‑Aufsichtsrat und -Vorstand, die am 9. Juli alle Hemmungen fallen lassen und 100.000 Beschäftigte rausschmeißen sowie mindestens vier Standorte dichtmachen wollen.

 

„Eine Losung geht rum auf fortschrittlichen Plattformen, Flugblättern und in vielen, vielen Gesprächen: ‚Ab 8. Juli: Mitbestimmung durch Streik!‘, machen wir sie uns in Saarbrücken zu eigen. Sind doch gerade bei ZF Hunderte Kolleginnen und Kollegen betroffen; alle Ferienarbeiter und eine große Anzahl ‚sachgrundbefristet‘ eingestellte (d.h. komplett ungeschützte) Zeitarbeiter sollen schon bis zum Ende dieser Woche gehen“, erklärte die Moderatorin.

 

Begrüßt wurde der entschlossene Streik der 80 Saarbahnfahrer der GDL, die zuletzt von Freitag bis heute, Montag, für 8 Prozent Tariferhöhung schon zum fünften Mal im Ausstand waren: „Die lassen sich nicht beirren, sondern machen ihr Ding trotz Hetze und all der Verwirrungsmanöver, stehen zu ihren Interessen und zueinander. Glückwunsch dazu!“, wurde gesagt.

 

Eine Rednerin zeigte auf, dass das Nettovermögen deutschlandweit um 15 Prozent gestiegen sei – nicht aber die Löhne. Die Sozialausgaben sind im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesunken. „... Dadurch besitzen inzwischen rund 5000 Menschen mehr als ein Viertel (27,3 Prozent) des gesamten Finanzvermögens in Deutschland – 66 Millionen Menschen besitzen zusammen knapp 36 Prozent. Diskutiert wird über Bürgergeldbezieher, Rentner, die länger arbeiten sollten, Studierende, die sich das Studium selbst finanzieren sollen, über Alleinerziehende – über jeden Euro, den normale Menschen angeblich zu viel kosten. Worüber nicht geredet wird: Hinterzogene Steuern, Vergünstigungen bei der Erbschaftssteuer und ausgesetzte Vermögenssteuer machen etwa 200 Milliarden aus! …“, stellte sie nüchtern fest.  ...