VW / Audi

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Abwarten ist der Tod …

Der folgende Artikel ist in der aktuellen Extra-Ausgabe der Zeitung von und für Kolleginnen und Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche- und MAN-Werken, „Vorwärtsgang“, erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:

Von Aus der Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“
Abwarten ist der Tod …
(RF-Foto)

Die Nervosität der Vorstände wächst: Erste Versammlungen von Arbeitern … finden statt. In Emden legten 4000 Arbeiter 40 Minuten die Arbeit nieder. Der Aufruf des „Vorwärtsgang“ zur Mitbestimmung durch Streik ab 8. Juli wird in allen Werken heiß diskutiert.


Gegen die Verantwortlichen der Polizeigewalt in Neckarsulm legten die Verteiler Strafanzeige ein. Nun wurde auch in Hannover und Zwickau die Polizei gegen den „Vorwärtsgang“ eingesetzt, in Zwickau ein „lebenslanges Hausverbot“ ausgesprochen. Das beweist, dass VW bisher für viele bisher nicht Vorstellbares plant. Bei Mercedes ernten die Kapitalisten Gegenwind: Am 3. Juli machten 33.000 beim IG-Metall-Protesttag mit. Dass das Autokapital sich mit allen Autoarbeitern gleichzeitig anlegt, wird es noch schwer bereuen!

Döllner wusste alles!

Mittlerweile enthüllte die „Wirtschaftswoche“, dass die Audi-Manager Döllner und Walker in die monatelange Ausarbeitung von Blumes Sanierungsplan einbezogen werden. Ebenso wussten alle anderen Vorstände von den Plänen zu Werksschließungen. Auf der Betriebsversammlung hat der Vorstand uns also ins Gesicht gelogen! Wenn es nun heißt, sie würden um die Werke kämpfen, sind das Nebelkerzen: Sie kämpfen nur um ihre Pfründe. Herr Bogus verlangte am 26. Juni zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden von uns, „an einem Strang zu ziehen – für Audi“. Jedem Arbeiter muss bewusst sein, was das Ergebnis sein wird: Döllner sieht in China „die Messlatte, die wir erreichen müssen“ – meint er damit das chinesische 9-9-6-Arbeitszeitmodell? Heißt: von 9 Uhr bis 21 Uhr arbeiten, an sechs Tagen die Woche. Er will die Rendite verdoppeln – bedeutet: Verdopplung der Ausbeutung. Die Werksschließungen sind das Ergebnis des perversen Vernichtungskampfs zwischen Autokonzernen. Typisch Ausbeutersystem Kapitalismus! Blume, Döllner & Co. unser Schicksal anvertrauen? Niemals! Die VWler und Audianer teilen sich in zwei Klassen, deren Interessen wie Feuer und Wasser gegenüberstehen. Als Arbeiter gegenüber dem Kapital gilt: Um uns selber müssen wir uns selber kümmern!

Abwarten ist ein schlechter Ratgeber!

Abwarten hat bestimmt zehn Werke gekostet. Nur wer kämpft, kann gewinnen! Bringt vor der Aufsichtsratssitzung am 9. Juli eure Position zum Ausdruck. Versammelt euch und verfasst Entschließungen an den Vorstand. Er muss wissen, dass wir kampfbereit sind! Mitbestimmung gibt es nur durch Streik. Das würde auch den Vertretern der Gewerkschaft Rückendeckung geben.

Wer führt einen großen, harten Streik?

Wenn wir es mit dem Weltkonzern VW aufnehmen, müssen wir entschlossen und gut organisiert kämpfen. Es ist gut, dass nach zwei Wochen nun für den 9. Juli gewerkschaftliche Aktionen zu Schichtbeginn geplant sind. Warum allerdings nur mit den Vertrauensleuten? Das geht uns alle an, da muss die ganze Belegschaft hin! Nur dann steht die Produktion, nur dann tut es Audi weh. Doch aufgrund des kastrierten Streikrechts in Deutschland dürfen weder die Gewerkschaft noch der Betriebsrat den notwendigen Streik um jeden Arbeitsplatz und gegen Werksschließungen führen. Bereiten wir neben gewerkschaftlichen auch selbständige Streiks vor und organisieren sie: Arbeitszeit ist Streikzeit, Wahl einer Streikleitung, vertrauliche Strukturen, Besetzung der Tore, Organisierung der Solidarität, Solidaritätskomitees der Familien, bundesweite Spendensammlung für eine Streikkasse. Die Betriebsgruppen der MLPD haben alle positiven und negativen Streikerfahrungen der letzten Jahre ausgewertet. Die brauchen wir. Es ist falsch, dass manche SPD-Betriebsräte nun aus sachfremden Motiven gegen die Rote Fahne Stimmung machen. Schluss mit Antikommunismus! Der Gegner ist das VW-Management und die Regierung!

Ab 8. Juli: Mitbestimmung durch Streik!