Mercedes-Benz Ludwigsfelde
Werksschutzleiter dreht durch und ruft Polizei
Am 1. Juli 2026 hat der Werkschutzleiter beim Schichtwechsel bei Mercedes-Benz Ludwigsfelde (MBLu) mit Drohungen und Beleidigungen drei Verteiler der Kollegenzeitung "Stoßstange" attackiert.
Der Mercedes-Vorstand fordert dreist eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich und verschiebt zugesagte Prämien, wogegen die "Stoßstange" den Protest organisiert und zu den Aktionen der IG Metall am heutigen 3. Juli mobilisiert. Doch als der Werkschutz die Polizei rief, stieg das Interesse der Kollegen nur noch weiter an. Das Klassenbewusstsein ist erwacht und die "Stoßstange" wird seit vielen Jahren gerne massenhaft genommen, gelobt und daran wird aktiv mitgearbeitet.
Die Rechtslage ist dabei absolut eindeutig: Wenn das Werksgelände frei zugänglich ist, können Verteiler dort aktiv werden, wo sie weder über Zäune steigen noch Drehkreuze durchqueren. Die Meinungsfreiheit der Arbeiterinnen und Arbeiter gilt hier eindeutig höher. Das haben die Gerichte bestätigt. Zugleich mehren sich brutale Polizeiübergriffe und Verhaftungen gegen die MLPD und die Kollegenzeitung "Vorwärtsgang" am Audi-Werk am 29. und 30. Juni in Neckarsulm. Auch in anderen Werken, wie bei Daimler in Düsseldorf, gibt es verstärkt Repressionen gegen Protestaktionen.
Doch seit einigen Monaten nehmen die Kämpfe der Arbeiterklasse und der breiten Massen zu. Darum will die Werksleitung gezielt die kämpferische Kollegenzeitung "Stoßstange" unterdrücken. "Das wollen die nicht", brüllte der Werkschutzleiter cholerisch. Er drohte einem Verteiler, er würde ihn persönlich vom Gelände schaffen. Als dieser versicherte, sich das nicht gefallen zu lassen, gab der Werkschutzleiter klein bei und rief die Polizei. Dabei brüllte er weiter wirr herum, rühmte seine tolle Bezahlung als oberster Werkschützer und beleidigte die Verteiler als "total bescheuert".
Die Polizei war natürlich ganz auf Seiten der Mercedes Kapitalisten und erklärte, das Verteilen der Arbeiterzeitung sei auf dem Werkgelände nicht erlaubt. Sie nahm die Personalien der drei Verteiler auf, als ob Arbeitersolidarität etwas Kriminelles sei.
Mercedes hat Angst vor der kämpferischen Belegschaft.
Die Produktion von Transportern des Modells Sprinter könnte nun nach und nach durch die Fertigung des Radpanzers Boxer des Kriegskonzerns KNDS ersetzt werden. Mercedes-CEO Ola Källenius hatte sich kürzlich im Wall Street Journal entsprechend geäußert: Der Konzern könne bei der Aufrüstung zum Völkermord im Dritten Weltkrieg "eine positive Rolle spielen, wir wären dazu bereit".¹ Die Automobilarbeiter wollen aber keinen neuen Weltkrieg.