Imperialistische US-Politik
Verheerendes Erbeben in Venezuela: Trumps bewaffnete „Humanität“
Am 24. Juni 2026 um 18.04 Uhr erschütterte ein verheerende Erbeben die Küstenregion Venezuelas. Nur 39 Sekunden lagen zwischen dem ersten und zweiten Erdstoß – keine Chance, sich aus den bereits angeschlagenen Gebäuden zu retten.
Am 29. Juni wurden von offizieller Stelle 1.700 Tote und über 5.000 Verletzte gezählt, aber noch liegen hunderte, wenn nicht tausende Leichen unter den Trümmern. Strom- und Wasserversorgung sowie die Kommunikation fielen aus, das trifft ohnehin marode Krankenhäuser. Zerstörte Straßen- und Transportwege hemmen die Versorgung mit dem Allernotwendigsten für die Menschen, die im Freien campieren, Hab und Gut und häufig auch Familienangehörige verloren haben. Am schlimmsten betroffen sind die Barrios, die Viertel der Armen.
Naturkatastrophe trifft krisengeschütteltes Land
Diese Naturkatastrophe trifft ein Land, das politisch, militärisch und wirtschaftlich von heftigen Krisen geschüttelt ist. Am 3. Januar 2026 hatte der US-Imperialismus mit seinem faschistischen Präsidenten Donald Trump das Land mit Bombardements der Hauptstadt Caracas überfallen und den Präsidenten Nicolas Maduro und dessen Frau in einer demütigenden Aktion in die USA entführt. Von Trumps Gnaden wurde die Stellvertreterin Maduros, Delcy Rodriguez, ins Amt gehievt. Sie machte den Weg frei für die noch gnadenlosere Ausplünderung der reichen Ölvorkommen durch die US-Öl-Monople. Die alten Eliten der venezuelanischen Bourgeoisie kommen wieder verstärkt an die Reichtumsquellen heran.
Trumps "Humanität" kommt mit der Waffe im Anschlag daher
Die katastrophale Lebenslage der Massen nach dem Erbeben wird besonders vom US-Imperialismus ausgeschlachtet, um die Unterwerfung des Landes noch tiefer und allseitiger zu betreiben. Plötzlich hat Donald Trump sein Mitgefühl entdeckt und bewilligt 150 Millionen bisher blockerter US-Dollar für eine Ersthilfe - in militärischer Begleitung. Er, der bis zum Vortag die Massen in Venezuela nur als kommunistische Drogenhändler beschimpft hat, zeigt jetzt triefendes Mitleid. Auch ein Trump kommt ohne die Nutzung der kleinbürgerlichen Denkweise nicht aus. Aber seine „Humanität“ kommt mit der Waffe im Anschlag und einer noch stärkeren militärischen Präsenz. Mit Drohnen und Satelliten werden die letzten eigenständigen Einrichtungen des Landes bei Flugplätzen und Häfen und in der Infrastruktur ausspioniert. Jetzt wurde ein Flugverbot über ganz Venezuela verhängt, das sogar internationale Hilfsorganisation daran hinderte, in die Erdbebengebiete zu Rettungsmaßnahmen zu fliegen.
Überwältigende Solidarität
Im ganzen Land ist die Solidarität und gegenseitige Hilfe mobilisiert – und die Wut über die unfähige Regierung, die weder Räummaterial noch eine minimale Versorgung zustande bekommt. Aber es formiert sich auch organisierter Widerstand mitten in der Katastrophe. In einer aktuellen Erklärung warnte die Kommunistische Partei (Marxisten-Leninisten) PCMLV vor den militärisch geprägten „Hilfsangeboten“ der USA und berichtete von eigenen Hilfsaktivitäten. Die PCMLV bedankte sich auch für die Solidaritätserklärung der MLPD unmittelbar nach dem Doppelerdbeben.
Immer konkreter werden die Stellungnahmen auch anderer linker Organisationen. La Nueva Andorcha (die neue Fackel), das Organ der Partei für Sozialismus und Freiheit (PSL) forderte ultimativ, dass sämtliche Einnahmen auf der Ölproduktion, die jetzt von den USA zurückgehalten oder kontrolliert werden, freigegeben und für die Notfallhilfe und den Wiederaufbau von Infrastruktur und Wohnungen eingesetzt werden. Der als kämpferischer Gewerkschafter bekannte Sprecher der PSL, José Bodas, betonte, dass die örtlichen Gemeinden den Einsatz der Hilfsgelder kontrollieren müssen, um das nicht der regierenden Bürokratie samt bekannter Korruption zu überlassen.
Die Richtung auch gegenüber den USA und anderer Helfer aus imperialistischen Ländern gibt die verbreitete Losung an: „Wir nehmen jede Hilfe, aber die Rechnung zahlen wir nicht“.