IPPNW Regionalgruppe Köln
Universitätsklinik Köln untersagt Veranstaltung zur humanitären Lage in Gaza
Die Universitätsklinik Köln hat die Raumzusage für ein von uns für den 2. Juli 2026 geplantes Symposium zur humanitären Situation im Gazastreifen widerrufen. Begründet wurde dies vom Leiter Unternehmenskommunikation der Universitätsklinik Köln, Timo Mügge mit der erforderlichen „Neutralität“ der Klinik.
Eine inhaltliche Auseinandersetzung oder ein Gespräch wurde von seiner Seite abgelehnt. Wir sind über diese Entscheidung zutiefst irritiert und erschüttert.
Wer ist die IPPNW?
Die IPPNW (englisch „International Physicians for the Prevention of Nuclear War“; der Name der deutschen Sektion lautet „IPPNW Deutschland – Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e. V.") ist ein internationaler Zusammenschluss von Menschen aus dem medizinischen Bereich, die sich primär für die Abrüstung atomarer Waffen einsetzen.
1985 erhielt die IPPNW den Friedensnobelpreis für „sachkundige und wichtige Informationsarbeit“, die das Bewusstsein über die „katastrophalen Folgen eines Nuklearkrieges“ in der Bevölkerung erhöhte.
Als Ärzt*innen und Angehörige von Gesundheitsberufen sehen wir es als unsere Verantwortung, auf akutes menschliches Leid aufmerksam zu machen und können eine solche „formale“ Neutralität nicht akzeptieren, weil dies nicht neutral ist, sondern Information und Diskussion über humanitäre Hilfe verhindert.
Das Symposium soll die dramatische Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen – insbesondere von Kindern – beleuchten und medizinische sowie humanitäre Perspektiven aufzeigen. Als Referent*innen eingeladen sind Vertreter*innen von VENRO bzw. CARE Deutschland, MEDICO INTERNATIONAL sowie der Initiative „RE-MOVE KIDS“. Ziel ist eine sachliche, fachlich fundierte Information und Diskussion.
Die Situation im Gazastreifen ist geprägt von zerstörter Infrastruktur, fehlendem Zugang zu sauberem Wasser und massiven Einschränkungen der medizinischen Versorgung. Die Folgen sind schwerwiegende Erkrankungen und vermeidbares Leid – besonders bei Kindern.
Eine Auseinandersetzung mit diesen katastrophalen Missständen ist keine politische Positionierung, sondern Ausdruck von Humanismus, Ethik und schlicht Menschlichkeit. „Neutral“ kann man angesichts von menschlichem Leid im Sinne des Wegsehens wohl kaum sein, sondern sollte sich vielmehr zum Handeln verpflichtet fühlen.
Eine Universität und ein Krankenhaus sollten Orte des offenen Dialogs und der ethischen Reflexion sein – insbesondere dann, wenn es um die Linderung menschlichen Leidens geht. Wir werden weiterhin für die Möglichkeit kämpfen, unsere Veranstaltung durchzuführen, und prüfen derzeit rechtliche Schritte sowie alternative Veranstaltungsorte.
Anmerkung der Redaktion:
Protestschreiben können an den Pressesprecher (offizieller Titel „Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing“) der Uniklinik Köln, Timo Mügge, per E-Mail gerichtet werden.
Zur Dokumentation fügen wir hier den Flyer zur ursprünglichen (also jetzt abgesagten!) Veranstaltung an.