Russland
Treibstoffmangel: Alle Waren werden teurer!
Durch die Angriffe des ukrainischen Militärs auf zivile Infrastruktur und Logistik, sowie vor allen Dingen die Ölproduktion verschärfen sich die Lebensbedindungen der russischen Massen. Nicht nur wird Treibstoff knapp, auch die Preise allgemein werden hochgetrieben.
Russische Logistikunternehmen berichten, dass Lastwagen viel Zeit an Tankstellen durch lange Schlagen verlieren und Rabatte auf Tankkarten fast verschwunden sind. Aufgrund der damit rapide ansteigenden Kosten planen die Transportunternehmen, die Transporttarife ab dem 1. Juli um etwa 10 Prozent zu erhöhen. Das könnte vor allem die Lieferungen von Waren aus China betreffen, die über große Strecken transportiert werden.
„Die Menschen scheinen die Krise noch zu verschlimmern, indem sie versuchen, zusätzliche Vorräte für sich selbst zu kaufen“ meinte unser Korrespondent. In der Region Irkutsk wurden die Polizei und die Rosgvardija (russische Nationalgarde) an die Tankstellen befohlen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten - in der Region wurde aufgrund der Kraftstoffsituation sogar ein erhöhter Bereitschaftszustand verhängt.
Der Gouverneur erklärte, dass die Sicherheitskräfte für Ordnung in den Warteschlangen an den Tankstellen sorgen und den illegalen Verkauf von Kraftstoff unterbinden werden. Diese Maßnahmen seien notwendig, um „die Dringlichkeit des Problems zu mindern“. Die durch den Krieg mit der Ukraine entstandene Versorgungskrise wird nun auch zum Vorwand, die Militärisierung der russischen Gesellschaft noch weiter voranzutreiben.
Dass der Treibstoffmangel in den entlegeneren Gebieten der Russischen Föderation akuter sei, habe wahrscheinlich politische Gründe, so unser Korrespondent: „Ich nehme an, dass Kraftstoff in die Zentralregion geliefert wird und für den Bedarf des Militärs, der Landwirtschaft und des öffentlichen Nahverkehrs verwendet wird.“ Auch in Russland werden die Krisenlasten auf die breite Masse der Bevölkerung abgewälzt.