Hannover

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„Streik ist richtig!“

In der Cockpit-Montage von VWN Hannover fand am gestrigen Montag eine kämpferische Pausenversammlung statt. 50 Kolleginnen und Kollegen von verschiedenen Bändern kamen zusammen.

Korrespondenz

Klar war, dass der unverschämte Angriff vom Vorstand auf die Arbeiter nicht so stehen bleiben darf. Einige Kollegen waren so wütend, dass sie am liebsten sofort die Arbeit niedergelegt hätten: „Warum fahren wir heute überhaupt an?“ Es war wichtig, die Dimension des Angriffs zu diskutieren. Vielen war es neu und es erschütterte noch bestehende Illusionen und Hoffnungen in das VW-Gesetz, dass der Vorstands-Beschluss auch darauf abzielt, den Konzern neu zu zergliedern und weite Teile der Produktion aus dem VW-Gesetz rauszubrechen.

 

Die Kollegen stimmten ab: einstimmig für Streik! In der Diskussion, wie man das macht und wer es in die Hand nimmt, war die Mehrheit dafür, dass das die IG Metall machen solle. „Streik ist richtig, wir brauchen aber die IG Metall im Rücken, die muss das machen.“ Aber auch die Meinung, dass diese Pausenversammlung der Anfang ist, dass es weitergehen muss und wird. Gut war, die Einheit herzustellen von dem Auftrag der IG Metall Führung, aktiv zu werden, und den Argumenten in der Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“, dass gewerkschaftlicher und selbständiger Kampf nötig sind. Da weitermachen (und besser), wo wir 2024 aufgehört haben – das ist richtig!

 

An den Toren war heute morgen eine verhalten polarisierte Stimmung – man merkt, dass es in den Kollegen ziemlich arbeitet. Und das ist gut so! Eine Mehrheitsmeinung war: „2024 hätten wir richtig streiken müssen“. “Fakt ist, dass wir 2024 kampfbereit waren, aber nicht gekämpft haben. Über die kurze Aktion der Gewerkschaftsführung hat VW nur gelacht. Wenn wir heute kämpfen, bin ich dabei.“

 

Mehrere Kollegen reagierten auf die neue Qualität des jetzigen Angriffes mit „Katastrophe“, „Das ist die Hölle!“ Ein junger Kollege: „100.000 Arbeitsplätze, ne? Alter Falter, das geht gar nicht!“. Einzelne sagten „Streiken? Heute? Wer macht das? Ich wäre dabei.“ Aber fast immer verbunden mit der Haltung: „Mal abwarten, was passiert. Ob die Gewerkschaft was macht“. Zum Teil auch in Verbindung damit: „Heute ist es zu spät“. Ein Azubi fand den Gedanken gut, dass streiken (lernen) Teil der Ausbildung zum Arbeiter ist.

 

Kollegen, die den >Vortwärtsgang> freundlich lächelnd ablehnen, grüßen und honorieren aber, dass die Verteiler da sind. Sie wollen „abwarten, was von der Gewerkschaft kommt“, gingen auf das Argument mit selbständigem Streik nicht ein. Einzelne reagierten aggressiv auf die klassenkämpferische Einstellung zu konzernweitem Streik mit: „Mir doch scheißegal, ob das Werk dicht macht, von mir aus können sie schließen“. Aber selbst bei denen stimmt noch ein Teil zu, wenn man diese Haltung kritisiert und sie besonders für die Zukunft der Jugend Verantwortung haben.

 

Helfende und angriffslustige Argumente von uns waren:

 

  • „Alles tritt so ein, wie es der >Vorwärtsgang< seit 2024 gesagt hat. Das wurde als Panikmache diffamiert.“
  • „2024 war ein Anfang und ein gutes Training, da hat man schon gemerkt, dass die Schiss vor uns Arbeitern haben.“
  • „Jetzt weitermachen (und besser) wo wir 2024 aufgehört haben.“
  • „Es ist richtig, wie sich IG Metall und Betriebsrat positionieren gegen Werksschließungen. Daran ansetzen, die IG Metall zur Kampforganisation machen, aber uns nicht allein darauf verlassen, sondern das Heft selbst in die Hand nehmen.“
  • „Resignation unter uns hat noch keinem geholfen außer den Kapitalisten mit ihrer Zermürbungstaktik.“
  • „Es geht nicht nur um dich, es geht um den Stadtteil, die Familien, die Zulieferer, die ganze Region und die Zukunft der Jugend. Es ist doch Ehrensache als Arbeiter, so was nicht hinzunehmen.“

 

Wir berichten weiter!