Gegen "kostengünstige" Sklavenarbeit

Gegen "kostengünstige" Sklavenarbeit

Solidarität mit den kämpfenden BYD-Arbeitern!

BYD, die Abkürzung von "Build your dreams", wird uns als der große Überflieger mit seiner kostengünstigen Produktion dargestellt, an dem wir uns messen müssten. Tatsächlich geht die Niedrigpreisoffensive von BYD voll auf Kosten der Arbeiter – mit einer extremen Überausbeutung.

Von har

Das BYD-Werk in Szeged / Ungarn wird mit angekarrten chinesischen Wanderarbeitern aufgebaut. Wanderarbeiter werden in China rechtlose Arbeiter genannt, ruinierte ehemalige Kleinbauern, die in die Städte ziehen müssen bzw. umgesiedelt werden. Sie sind aber noch am Heimatort gemeldet und haben damit auch keinen Anspruch auf Rechte wie Renten oder Arbeitslosenunterstützung. Die Kinder dürfen z. T. nicht einmal die Schule besuchen.


Diese Sklavenarbeiter arbeiten in Ungarn über Subunternehmer unter katastrophalen Bedingungen: Sieben-Tage-Woche, bis zu 14 Stunden pro Tag, untergebracht in Bruchbuden mit kaum Toiletten und Waschgelegenheiten usw. Es wird von körperlichen Misshandlungen durch Vorgesetzte berichtet. Die Arbeitssicherheit wird nicht beachtet, es gab in Szeged schon zwei tödliche Unfälle.¹ Beim Bau des BYD-Werkes in Brasilien wurde der Bau vom Gericht zeitweilig gestoppt, weil es diesen als Zwangsarbeit einschätzte. Es gibt dort aus der Geschichte ein Gesetz gegen Sklaverei.


Aber diese Arbeiter können auch kämpfen: In Szeged blockierten 35 dieser Arbeiter das Werkstor, weil ihnen nach einem Wechsel des Subunternehmers der Lohn gekürzt wurde. Auch in Brasilien gab es am 16. Dezember 2025 Protestaktionen. Ein Problem ist wie bei allen migrantischen Arbeitern weltweit: Protestierende chinesische Arbeiter in Ungarn wurden ins Heimatland abgeschoben.


Auch in China kämpfen die Arbeiter bei BYD. Am 5. Februar streikten die Arbeiter im BYD-Werk für Hochspannungsgeräte im Industriepark Jixian. Sie protestierten damit gegen drastische Lohnkürzungen: Der Stücklohnbonus wurde von 2400 auf 300 bis 600 Yuan (chinesische Währung) gesenkt. Der Lohn sank damit auf unter 2000 Yuan im Monat, das reicht in diesem supermodernen Industriezentrum nicht einmal für Miete und Essen. Gemessen an unseren Löhnen sind das 240 Euro.

 

Dieser Streik ist nur einer in der Kampftradition der BYD-Arbeiter, mit Kämpfen schon im Jahr 2011. 2025 gab es harte Kämpfe in den BYD-Werken in Chengdu und Wuxi, auch gegen Lohnkürzungen. Polizei und sogenannte SWAT-Teams (schwer bewaffnete Polizeieinheiten) gingen gewaltsam gegen Streikende vor und stürmten das Werk in Chengdu. Ein Führer wurde verhaftet.²


Der Konkurrenzkampf der Automobilmonopole wird weltweit auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen. Jeder Automobilarbeiter arbeitet mit Teilen, die in der ganzen Welt produziert werden. Ob in China, Ungarn, Brasilien oder wo auch immer: Es sind unsere Kollegen. Wir haben im Grunde die gleichen Probleme und müssen uns gegenseitig in unseren Kämpfen unterstützen. Das muss organisiert werden. Vor allem die zunehmende gewaltsame Unterdrückung solcher Kämpfe erfordert, dass keine kämpfende Belegschaft alleine stehen darf.