WM-Aus für deutsche National-Elf

WM-Aus für deutsche National-Elf

Schuld ist nicht der Schiedsrichter ...

Die deutsche Nationalmannschaft scheidet zum dritten Mal in Folge früh bei der Fußball-WM aus. Dieses Ergebnis steht in völligem Gegensatz zu den hohen Erwartungen, mit denen sogar der Weltmeistertitel nicht ausgeschlossen sein sollte.

Von cw

Und schon dreht sich das Personal-Karussell wie wild. In den nächsten Tagen wird sich das noch beschleunigen. Am weitesten geht Mats Hummel, der etlichen Spielern einen Rücktritt nahelegt.

 

Das Spiel der deutschen Mannschaft war insgesamt schwerfällig, verkrampft, wenig einfallsreich. Sich darüber aufzuregen, dass der Schiedsrichter das beim Spiel gegen Paraguay das zweite Tor von Jonathan Tah nicht anerkannte, greift da völlig zu kurz. Schon in den Monaten davor gab es ein hin und her mit den Nominierungen, wer mit zum Turnier darf und wer nicht, es gab eine Reihe von Verletzungen nach der langen Saison in den Profiligen, dann noch kurz vorher die Rückkehr von Manuel Neuer als Nummer eins ins Tor, ständige Diskussionen um die Mannschaftsaufstellung, die dann wieder revidiert wurden. Ein angehäufter Berg ungelöster Probleme.

 

Vom ersten Spiel an wurden von innen und außen die Aufstellung von Julian Nagelsmann infrage gestellt. Eine ganze Reihe von Spielern – angefangen bei Kapitän Joshua Kimmich – erreichte nicht annähernd die Form und Wirksamkeit, die sie in ihren Vereinen zeigten. Die Schwächen bereits ab dem ersten Spiel schienen wenig selbstkritisch verarbeitet zu sein. Der Eindruck in den Stellungnahmen von Trainer und Spieler war, dass die Probleme dadurch gelöst werden sollen, in dem man sich jetzt eben mehr anstrengt, mehr reinschmeißt, mehr kämpft. Das wurde gerade im letzten Spiel durchaus gemacht, aber mehr Körperlichkeit alleine macht keine ideenreiche, in sich geschlossene Mannschaft. Das in der Öffentlichkeit von der Mannschaft gezeichnet Bild wohlgeordneter Zustände zerbrach jetzt vollständig an der Wirklichkeit. Natürlich werden jetzt die Position von Julian Nagelsmann und Rudi Völler in Frage gestellt. Sicher ist das auch ein Punkt, aber es greift offenbar zu kurz, wenn es darum geht, langfristig eine erfolgreiche Mannschaft herauszubilden. Die Niederlage ist der Endpunkt einen Prozesses, der schon sehr viel früher anfängt. Diese müsste kritisch und selbstkritisch aufgearbeitet werden – von allen. Wie es nicht gehen, kann zeigte Manuel Neuer: Auf die Frage, ob er das zweite Tor - das ein Spieler aus Ecuador an seinen Händen vorbei spitzelte – auf seine Kappe nehme, antwortete Neuer: „Nein, gar nicht, das war ganz normal ...“.

 

In diesem Prozess stünden natürlich auch die gesamten Geld- und Personen-Interessen von Seiten der FIFA, des DFB, der Vereine, der Spieler, der Sponsoren von Cola bis Tictoc zur Debatte. Aber das dürfte schwer werden...