Leserbrief

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Schlechter Rat

Ratgeber für alle Lebenslagen gibt es zuhauf, darunter auch schlechte. Jetzt liefert die gute alte Tante „Süddeutsche Zeitung“ ihren Rat an die Belegschaften von VW und Mercedes angesichts des Generalangriffs der Automonopole auf ihre Arbeitsplätze, Fabriken und Arbeitszeiten.

Anna Bartholomé

Die SZ-Wirtschaftsredakteurin Christina Kunkel bekundet vollstes Verständnis für das „mulmige Gefühl“ der Arbeiterinnen und Arbeiter, und „in Wallung geraten“ auch gegen fünf Stunden Mehrarbeit pro Woche - ohne Lohnausgleich .¹ Vor allem aber treibt die Dame offenbar ein mulmiges Gefühl angesichts derjenigen, die sich für einen harten Kampf rüsten. Ihnen rät sie „sich den Realitäten nicht zu verschließen“ und stillzuhalten: „Und doch sollten sie sich nicht queerstellen. Sonst könnte es bald zu spät sein.“ ²

Für wen eigentlich?

Für die in Deutschland ansässigen Automobilmonopole ist laut Frau Kunkel der geplante Kahlschlag „die letzte Chance“ im internationalen Konkurrenzkampf.

 

Für die Arbeiterinnen und Arbeiter und alle, die ihren Kampf unterstützen, muss dagegen die Chance genutzt werden zu konzernübergreifenden gewerkschaftlichen und selbständigen Kämpfen. Dazu gehört Mut und Klarheit und nicht zuletzt eine breite Diskussion über die menschenverachtenden „Realitäten im Kapitalismus“ - mitsamt seiner sozialistischen Alternative.