Dokumentiert aus der Stuttgarter Zeitung
Polizeieinsatz in Neckarsulm: Eskalation an Werkstor 6
Unter dieser Überschrift hat die Stuttgarter Zeitung gestern auf ihrem Onlineauftritt berichtet. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert Auszüge:
Aktivisten einer Splitterpartei wollen Flugblätter verteilen, der Werkschutz holt die Polizei: Vor dem Hintergrund massiver Sparpläne kochen in Neckarsulm die Emotionen hoch.
Nach einem Polizeieinsatz vor dem Werkstor von Audi in Neckarsulm ermittelt die Polizei gegen sieben Aktivisten der Marxistisch-Leninistischen Partei (MLPD). Ihnen werde Hausfriedensbruch vorgeworfen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn. Gegen eine 71-jährige Frau werde außerdem wegen eines tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte ermittelt. Allerdings erstattete auch die MLPD Anzeige. Der Polizeieinsatz sei völlig aus dem Ruder gelaufen. Es handele sich um einen „offenen Rechtsbruch“ durch Polizei und Audi-Werksleitung.
„Beim VW-Konzern liegen die Nerven blank“, stellte der Gelsenkirchener Rechtsanwalt Roland Meister fest, dessen Kanzlei die sieben Aktivisten vertritt. Seine Mandanten hätten lediglich die Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“ verteilen wollen, sagte Meister. Dazu hätten sie sich zum Schichtwechsel am Werkstor postiert. In der Vergangenheit habe man die Zeitschrift immer ungehindert verteilen können. Diesmal aber habe der Werkschutz eingegriffen und ein Hausverbot erteilt. Als die Aktivisten sich weigerten abzuziehen, rief Audi die Polizei. ...
Nach Darstellung von Meister seien die Beamten nicht zimperlich gewesen. „Uns wurden mit Polizeigriffen die Hände auf den Rücken gedreht und mit Handschellen festgemacht“, zitiert Meister aus einem Zeugenbericht. Die Teilnehmer seien jeweils separat in Polizeiautos gedrückt und zur Wache nach Neckarsulm gefahren worden. Dort habe man sie erkennungsdienstlich behandelt und „stundenlang festgehalten“. ...
Hier gibt es den kompletten Artikel (leider kostenpflichtig).
Auch die Heilbronner Stimme berichtet: Nach einer Flugblatt-Aktion vor dem Audi-Werk in Neckarsulm ermittelt die Polizei gegen sieben Personen aus dem Umfeld der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Die Partei erhebt im Gegenzug schwere Vorwürfe gegen Audi und die Polizei.
Nach Angaben der Polizei hielten sich die sieben Personen am Montag (29. Juni) gegen 13.30 Uhr an mehreren Werkstoren in der NSU-Straße auf, sammelten Spenden und verteilten Flugblätter. Nachdem der Werkschutz ihnen mehrfach einen Platzverweis und ein Hausverbot ausgesprochen hatte, die Gruppe dem jedoch nicht nachgekommen war, sei die Polizei hinzugezogen worden, so die Polizei auf Stimme-Anfrage.