Wolfsburg

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Stimmung scheinbar ruhig, aber im Gespräch aufgewühlt

Heute Morgen am Tor mit der VW-Kollegenzeitung –„Schon wieder Generalangriff – jetzt gilt’s – alle Werke zusammen!“ Viele sagten erst mal nichts dazu, nehmen das Flugblatt mit, andere lehnen freundlich ab. Die Stimmung ist eher ruhig.

Korrespondenz aus Wolfsburg

Einige sagten: „Betrifft uns in Wolfsburg nicht.“ Aber auch die Kollegen wissen: Richtig wär’s, wie vor anderthalb Jahren, alle VW-Belegschaften zusammen ran. „Es wird hart, wir müssen kämpfen!“ so drückt es ein Kollege aus. Einer sagte: „90 % wären dabei, wenn die Gewerkschaft aufruft.“ Wir fragen einzelne: „In Zwickau wird erzählt, ihre würdet euch freuen, wenn Zwickau dicht macht, weil dann eure Arbeitsplätze sicher seien?“ Mehrere Kollegen lehnten das ohne Zögern konsequent ab. Einer: „So eine Sch...parole.“

 

Zynisch meinte ein Jüngerer: „Macht doch endlich die Bude zu – ich habe so die Schnauze voll“. Dieser Sarkasmus bezog sich auf den ständig steigenden Druck und die Arbeit in der Hitze. Die Nacht von Sonntag auf Montag war Pflicht-Sonderschicht! In den Hallen war es noch extrem warm. Viele Kollegen sahen echt fertig aus.

 

„Wie kann man den Vorstand stoppen?“ „Wenn ich das mal wüsste …“ „Ich glaube, hier bewegt sich gar nichts mehr.“ Es ist eine Suche nach einem Weg. „Ihr schreibt immer gute Sachen. Ich verfolge das schon länger.“ „Dann mach mit. Was meinen die Kollegen, welche Argumente überzeugen sie?“ „Die Leute sind so angespannt von der Arbeit. Wenn einer aufsteht, bekommt er Druck.“ „Aber jetzt geht’s um’s Ganze. Da müssen wir was tun.“