Audi Neckarsulm
"Ihr seid echt mutig"
Nachdem die Kollegen Zeitung Vorwärtsgang in den letzten Tagen für Furore bei Audi in Neckarsulm gemacht hat, wendete sich heute die MLPD Heilbronn mit ihrer langjährigen Stadtzeitung "Klartext" an die Kollegen.
Sie titelte:"Werksschließung bei Audi – typisch Ausbeutersystem Kapitalismus". Hier nimmt die MLPD Heilbronn Stellung zu den Ursachen für den Generalangriff des Kapitals und von Kanzler Merz auf die Arbeiterklasse. Prominent rief die Startseite natürlich auch auf: "Ab 8 Juli - Mitbestimmung durch Streik!"
In einem Artikel setzt sie sich mit dem Antikommunismus auseinander: "Da würden Linksextremisten ihr Süppchen kochen. ... Aber überlegt mal selbst: warum wird die MLPD gerade zum Hauptfeind von Audi, Polizei und Faschisten in Heilbronn und Neckarsulm? Weil sie konsequent für die Interessen der Arbeiter und ihrer Familien einsteht! Weil sie für Grundsatz-Kapitalismuskritik steht - und welche Partei hat sonst selbstständige Streiks unterstützt?" Auch der Rebell Heilbronn nimmt Stellung, eine Soli Erklärung von Frauen wird zitiert und eine Artikel titelt: "Die AfD lässt die Maske fallen". Ein Link zur "Klartext"-Ausgabe im pdf-Format folgt.
In den letzten Tagen wurden im Werk antikommunistische Stimmungsmache und Einschüchterungsversuche im Werk verstärkt und viel Unfug über die MLPD verbreitet. Wir waren gespannt: Wie reagieren die Kollegen? Das Resümee ist eindeutig positiv. Viele begegneten uns schon mit einem Grinsen, dass wir wieder da sind und die Polizei uns noch nicht vertrieben hat. Guter Dinge begegneten wir den Kollegen: "Macht euch selbst ein Bild über die MLPD, über die gerade so viel gesprochen wird! Typisch Ausbeutersystem Kapitalismus, was Merz und Audi hier abziehen." Obwohl in den letzten Tagen zahlreiche Flugblätter an den Toren verteilt worden waren, nahmen wieder 60 bis 70% der Kollegen gerne die Stadtzeitung. Nachdem alle weg waren, wurden in 45 Minuten auch sieben Exemplare des Rote-Fahne-Magazins verkauft, 14 Exemplare des Parteiprogramms der MLPD und einige Visitenkarten mit unseren Homepages verteilt. Einige Kollegen hatten schon Spenden bereit, der eine 10 Euro, der andere 5, die anderen Münzen.
"Ihr seid echt mutig, echt mutig!", so ein Kollege. "Bleibt stabil!" Ein Kollege blieb länger stehen und hatte Respekt vor unserer Arbeit. Er zeigte sich enttäuscht: "Warum macht die Gewerkschaft denn nichts? Die müssen doch was machen, bevor es zu spät ist!" Ein Kollege hat sich erstmalig über die MLPD informiert durch die Einsätze, war aber herausgefordert und die Systemfrage war bei ihm zentral, dass es so nicht weitergehen kann. Er will sich mehr mit der MLPD befassen, er hat die letzten Tage erstmalig von der MLPD gehört. Der nächste warnte uns: "Passt auf, die Polizei ist wieder im Anmarsch."
Eine Handvoll Faschisten und reaktionäre Kollegen brachten wieder ihren Unmut über unser Engagement zum Ausdruck, waren aber isoliert. Als unser Einsatz fertig war, trabte müde die Polizei an. Wieder Aufnahme der Personalien, wieder Platzverweis, diesmal war allerdings nicht die faschistische Polizeischicht am Werk. Wir erfuhren, dass Herr Wüst, der sich dieser Tage besonders aggressiv gezeigt hatte, kein normaler Streifenpolizist, sondern vom Ermittlungsdienst ist.