Parallel tagte der Koalitionsausschuss

Parallel tagte der Koalitionsausschuss

Gestern in Köln: Auftakt der Ruhrrebellion mit „BASTA!“

Gestern tagte der Koalitionsausschuss der Regierung, um sich auf weitere massive Angriffe auf unsere Rechte und unsere Lebenslage zu einigen.

Korrespondenz
Gestern in Köln: Auftakt der Ruhrrebellion mit „BASTA!“
Rheinland-Rebellion (rf-foto)

Der DGB Köln und mit ihm alle Einzelgewerkschaften „begleiteten“ dieses Treffen mit einer Protestaktion auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt. Ca. 1000 Menschen waren gekommen, darunter Kollegen aus vielen Betrieben, in der Regel aber nicht als Belegschaften erkennbar. Auch viele Jüngere waren dabei. Außerdem ein breites, buntes Bild der aktiven Kölner Gruppen und Parteien, die MLPD mit einem Bücherwagen mitten in der Menge.

 

Viel Applaus gab es, wenn von den Rednern die Angriffe auseinandergenommen wurden als das, was sie sind, ein äußerst dreistes Umverteilungsprogramm, weg von den Massen, hin zu den Kassen der Monopole. Wie z.B. vom Kölner DGB-Vorsitzenden Witich Rossmann, der drastisch aufzeigte, wie die Umstellung der Rentenversicherung auf Kapitaldeckung die zukünftige Rente von der Lohnentwicklung entkoppelt und Riesensummen in den Kapitalmarkt schießt.

 

Was von der Bühne aus fehlte: Dass die Ankündigungen von VW und Mercedes eine neue Qualität der Angriffe auf uns alle darstellen, dass die Arbeiter als Klasse herausgefordert sind. Wir diskutierten mit vielen Arbeitern, was denn nun folgen muss! Auch darüber war von der Bühne nichts zu hören.

 

Streiks? Womöglich selbständig? Der Gedanke stieß auf Nachdenklichkeit, auch auf Skepsis: Wer soll das führen, das wäre illegal – aber eben auch auf großes Interesse und Bereitschaft, in diese Richtung zu denken. Klar war den meisten: Solche Aktionen wie die gestern in Köln sind gut – aber sie verändern noch nichts, da muss viel mehr Kraft in die Waagschale. "Wir müssen wieder kämpfen lernen“, fasst es ein Kollege zusammen.

 

Mindestens genauso wichtig waren viele Auseinandersetzungen darüber, dass wir eine andere Gesellschaft brauchen, das Mantra vom „Sozialstaat“ überzeugt nicht mehr. Und darüber, dass die MLPD die Lehren aus dem Verrat am und den Fehlern beim Aufbau des Sozialismus zieht. Auffällig war, dass mehrere Kollegen Respekt gegenüber uns äußerten: “Ihr seid die einzigen, die in den Betrieben arbeiten, ihr seid immer so top aktiv und gut organisiert“. Einzelne interessierten sich für eine aktive Mitarbeit.

 

„Das kann nur der Anfang gewesen sein“ – war ein Fazit von der Bühne. Wie wahr. Daran werden wir arbeiten!