Argument
„Es betrifft mich nicht!“ ???
Ein junger Kollege sagte am Tor bei Audi in Neckarsulm: „Der Abbau der Arbeitsplätze betrifft mich nicht. Ich bin Azubi und die Ausbildungsplätze sind bis 2030 sicher! Das steht schließlich im Zukunftsvertrag 2024!“
Diese Denkweise: „Wie komme ich als Einzelner die nächsten Jahre über die Runden?“, das ist die ganze Philosophie der bisherigen Sozialplanpolitik: Schaffe ich es noch in Vorruhestand oder Altersteilzeit? Wie lange reicht die Abfindung? Finde ich vielleicht einen anderen Job?
Ausbildungsverträge haben einen besonderen Schutz. Aber selbst da kann einem innerhalb des Konzerns ein anderer Ausbildungsplatz angeboten werden. Das bedeutet Umzug, neue Wohnung – die man kaum bezahlen kann, Freunde verlassen, …
Aber was ist nach der Ausbildung, wenn jetzt im Automobilbereich mit allen daran im Umfeld hängenden Arbeitsplätzen Hunderttausende Arbeitsplätze vernichtet werden? Wo sollen neue Jugendliche ausgebildet werden, wenn das Werk und damit auch die Ausbildungswerkstatt geschlossen werden?
Diese Zukunftsfragen sollen ausgeblendet werden. Parolen wie vom kommenden Aufschwung oder das Gerede von der großartigen sozial-ökologischen Transformation, die alles zum Guten wenden sollte, kann man vergessen. Heute geht es nur noch ums Überleben im Konkurrenzkampf. Dieser kapitalistische Konkurrenzkampf vernichtet aber nicht nur die Arbeitsplätze und Werke. Er zerstört die Umwelt, er führt zu Kriegen.
Die Parole, die Tausende Jugendlicher heute bei den Protesten gegen Wehrpflicht oder gegen Faschisten rufen, ist „Jugend – Zukunft – Sozialismus!“
Weil es um die Zukunftsfragen geht, gehören die Jugend, gehören die Auszubildenden in die erste Reihe, wenn es jetzt heißt: Mitbestimmung durch Streik!