Griechenland / Attika
Streik der Seeleute in Rafina fand statt - Solidarität vom Hafenarbeitererfahrungsaustausch
Der für den Staat, die Reeder und die „unabhängige Justiz“ illegale Streik fand am 3. Juli statt und war erfolgreich.
Der Regierung ist es nicht gelungen, den gerechten Kampf der Seeleute zum Schweigen zu bringen und ihnen einen Maulkorb zu verpassen, und alle ihre Versuche, diesen Kampf zu untergraben, sind gescheitert – diesmal im Meer vor Rafina. Die Seeleute-Gewerkschaft PENEN beweist zum wiederholten Mal, dass sie über die Kraft, die Fähigkeit, die Organisation und den Plan verfügt, gemeinsam mit ihren geeinten und geschlossenen Mitgliedern und den Seeleuten große Kämpfe zu führen, diese zu meistern und zu gewinnen.
Solidaritätsgruß vom Hafenarbeitererfahrungsaustausch
Die Koordinierungsgruppe des internationalen Hafenarbeiter Erfahrungsaustauschs schickt Solidaritätsgrüße an die kämpfenden Seeleute in Griechenland (Rotterdam/Hamburg, Juli/2026)
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
wir solidarisieren uns mit eurem berechtigten Streik gegen die Reeder und euren berechtigten Forderungen für den Schutz der Arbeiter, Passagiere und der Bevölkerung in der Region Rafina.
Wie schon in den vergangenen erfolgreichen Streiks habt ihr zur richtigen Waffe gegen die Reeder, für die nur der Profit zählt, gegriffen. Euer Streik richtet sich auch gegen die griechische Regierung und ihrer Justiz, die in einem Schnellverfahren euren Strek für illegal erklärt hat.
Euer Streik zeigt die große Verantwortung und Sorge der Arbeiterklasse, nicht zu akzeptieren, dass täglich verschiedene Schiffe gezwungen werden, vor Anker zu gehen, obwohl keine ausreichenden Liegeplätze vorhanden sind. Das erhöht die Überlastung, Erschöpfung, die Strapazen, minimale Ruhezeiten sowie die Trennung der Seeleute von ihren Familien unerträglich, und das gefährdet die Sicherheit der Besatzung und auch der Schiffe unmittelbar.
Die wachsende Zahl der Tanklastzüge, die durch das Stadtgebiet fahren, während die Straßen zu Stoßzeiten „verstopft“ sind, beinträchtigen den Zugang und die Sicherheit der Anwohner. Zudem steigt die Waldbrandgefahr, da es keine ausreichenden und sicheren Fluchtwege gibt. Das ist der Regierung und den Reedern egal, für sie zählt nur die Steigerung ihrer Profite.
In ganz Europa werden Radikale Kürzungsprogramme aufgefahren, um Militärausgaben zu finanzieren. Das stellt die sozialen Errungenschaften der Massen erheblich infrage. Es ist genau richtig, dagegen den Kampf zu organisieren.
Wir stehen voll hinter eurem berechtigten Kampf und Euren berechtigten Forderungen: Aufstockung des Personalstandes und den sofortigen Aufbau einer sicheren Hafeninfrastruktur. Die Kriminalisierung der Kämpfe wird nicht durchgehen! Der Kampfgeist, der Wille und das Recht der Seeleute und die breite organisierte Solidarität werden auch dieses Mal siegen! Dazu werden wir unter den Seearbeitern in Deutschland und Holland und Italien die Solidarität organisieren.
Mit herzlichen und solidarischen Grüßen
Jeroen Toussaint, Rotterdam, Marie Bauer, Hamburg
Im Namen der Koordinierungsgruppe